Großer Preis von Australien in
Melbourne, 7. März 2004
Schumacher gewinnt - Galavorstellung von Ferrari
Mit einem dominanten Start-Ziel-Sieg startete Michael Schumacher
in die Saison 2004. Der Grand Prix von Australien entwickelte
sich zu einer Triumphfahrt für Ferrari - und eine Blamage
für die Konkurrenz. Hinter den dominanten Roten schaffte
Fernando Alonso den Sprung aufs Podium. Vizeweltmeister Kimi
Räikkönen fiel schon früh im Rennen mit einem
technischen Problem aus. Gleich beim Start konnten sich die
Ferrari absetzen. Der Gewinner der Startphase war allerdings
eindeutig Fernando Alonso, der sich von Platz 6 auf 3 vorschob.
Montoya dagegen kam aufs Gras und fiel noch hinter Button, Trulli
und Ralf Schumacher zurück, rückte aber die
teaminternen Kräfteverhältnisse gleich zu Beginn der 2.
Runde wieder gerade und ging an seinem Teamkollegen vorbei.
Für die Silberpfeile war es ein schwarzes Rennen. Nach dem
Start fuhren David Coulthard und Kimi Räikkönen nur auf
den Plätzen 10 und 11. In der 9. Runde wurde
Räikkönen von Felipe Massa im Sauber überholt, als
sich an seinem Heck plötzlich Rauchentwicklung zeigte. - Aus
für den jungen Finnen im Mercedes. Coulthard überquerte
nach einem vergleichsweise unauffälligen Rennen als Achter
die Ziellinie und holte sich ein mageres Pünktchen für
die Silbernen.
Doch auch Ferraris andere Rivalen hatte keine Chance. Zwar waren
alle Top-Teams auf einer Dreistopp-Strategie, doch keine der
Boxenstopp-Phasen brachte eine Veränderung an der Spitze.
Die BMW-Piloten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya schafften
es zwar, in der zweiten Halbzeit des Rennens am BAR von Jenson
Button vorbeizugehen und sich damit noch die Plätze 4 und 5
zu sichern, aber an die Ferrari und auch an Fernando Alonso kamen
die Weiß-Blauen nicht heran.
"Bummelfahrt" für Schumacher und Barrichello
Noch in der Anfangsphase setzte sich vorne der Ferrari-Express
problemlos vom Feld ab, Schumacher und Barrichello fuhren der
Konkurrenz ohne Mühe eine Sekunde pro Runde davon. Einen
echten Zweikampf lieferten sich die Dominatoren des
Auftaktrennens nie, Barrichello ließ den Kontakt zum
Spitzenreiter aber erst kurz vor dem letzten Stint endgültig
abreißen. Die perfekte Teamleistung wurde abgerundet von
einer hervorragenden Arbeit der Boxencrew.
Weniger zufrieden als Schumacher und das Ferrari-Team dürfte
man bei Toyota sein. Das japanische Team mit Firmensitz an
Köln fuhr dem Feld hinterher und landete am Ende auf den
beiden vorletzten Plätzen. Als letzter wurde Giorgio Pantano
im Jordan abgewinkt. Dessen Teamkollege Nick Heidfeld fuhr zwar
ein gutes Rennen, musste aber sein neues Einsatzauto in Runde 47
abstellen.
Bei Ferrari gab es dagegen strahlende Gesichter. "Das perfektes
Wochende für uns", schwärmte Michael Schumacher. "Es
hätte nicht schöner laufen können."
WM-Punktestand:
M. Schumacher 10 - Barrichello 8 - J.P. Montoya 4 - R.
Schumacher 5 - D.Coulthard 1 - K.Räikkönen 0 - F.Alonso
6
ab zur Auswahl
Großer Preis von Malaysia in
Sepang, 21. März 2004
Schumacher siegt in Malaysia - zweiter Sieg im zweiten
Saisonrennen
Michael Schumacher setzte seinen Traumstart in die Saison 2004
mit einem überlegenen Sieg in Malaysia fort. Beim
ereignisreichen Rennen in Sepang fuhr Juan Pablo Montoya Platz 2
für Williams ein; Jenson Button holte sich als Dritter den
ersten Podiumsplatz seiner Karriere. Kimi Räikkönen
musste derweil den zweiten Ausfall in Folge einstecken.
Michael Schumacher ließ schon am Start nichts
anbrennen
Schumacher kam am besten vom Start weg und fuhr vor Barrichello
in die erste Kurve, weil Qualifying-Sensation Mark Webber beinahe
stehen geblieben wäre. Montoya lag zunächst an dritter
Stelle, konnte sich aber auf stellenweise leicht feuchter Strecke
- was sich schnell wieder legte - dank seiner Michelin-Pneus
rasch an Barrichello vorbeischieben. Der Brasilianer wurde im
Ferrari überhaupt rasch nach hinten durchgereicht.
Positivste Erscheinung der Anfangsphase war Fernando Alonso im
Renault, der von der letzten Reihe aus schon nach fünf
Runden wieder als Achter geführt wurde und in seinem
Vorwärtsdrang erst von David Coulthard (McLaren-Mercedes)
gestoppt wurde. In etwa zu diesem Zeitpunkt hörte auch das
Nieseln endgültig auf und der führende Schumacher
konnte vorne ein Polster von einigen Sekunden auf Montoya und
Räikkönen im "Silberpfeil" aufbauen.
Während an der Spitze das Duell zwischen Schumacher und
Montoya nie wirklich ernst wurde, bahnte sich schon früh ein
spannender Kampf um den verbleibenden Podestplatz an:
Räikkönen, Button, Trulli und Barrichello lagen stets
innerhalb weniger Sekunden, wobei sich zu Beginn speziell Button
und Trulli einige Male in die Quere kamen. Hinter diesem Paket
fuhr Coulthard wie schon vor zwei Wochen ein farbloses und
unauffälliges Rennen.
In der 24. Runde überholte Alonso außen in der ersten
Kurve den Schotten, doch er musste seine Position gleich beim
anschließenden Stopp wieder abgeben, weil er mehrere
Sekunden länger stehen blieb, um bis zum Schluss durchfahren
zu können - wie gesagt ein Schuss in den Ofen. Erst zwei
Runden später folgte dann durch den glücklosen Webber
der erste Ausfall wegen eines merkwürdig anmutenden
Drehers.
Kurz nach Webber verabschiedete sich Ralf Schumacher
(BMW-Williams), mit einem Motorschaden, und in Runde 33 wurde mit
Nick Heidfeld der nächste Deutsche langsam - zwar versuchte
seine Jordan-Box noch kurz, die offensichtlichen Getriebeprobleme
zu beheben, Heidfeld konnte aber nicht mehr zurück auf die
Strecke geschickt werden. Bitter, denn zu Beginn geigte er
phasenweise nahe an den Top 10 auf...
Die letzten beiden Ausfälle besorgten Räikkönen,
der sich schon in der Formationsrunde drehte, mit einem weiteren
Mercedes-Motorschaden, was ihm fünf Punkte für den
vierten Platz kostete, und Sato im BAR-Honda, der in der
Schlussphase zusehen musste, wie sein Honda-V10 verrauchte und
damit einen sicher scheinenden Punkt Felipe Massa
(Sauber-Petronas) überließ.
Die Spannung der Anfangsphase ging gegen Ende hin zwar ein wenig
verloren, mit Schumacher, Montoya und Button unter den ersten
Drei konnte man aber wenigstens ein doch recht unerwartetes
Podium feiern. Barrichello wurde nach enttäuschender
Darbietung nur Vierter, hinter ihm folgten Jarno Trulli und David
Coulthard. Alonso rettete immerhin zwei Zähler für
Platz sieben ins Ziel.
In der Weltmeisterschaft riecht es nach zwei Rennen nun sehr nach
Ferrari und Michael Schumacher. Zwar war der Rückstand der
Konkurrenz heute bei weitem nicht so groß wie noch vor zwei
Wochen, der 'Sepang International Circuit' gilt für die
Roten aus Maranello aber auch als besonders ungünstiger
Kurs. Bei den Verfolgern scheint sich indes ein Zweikampf
zwischen BMW-Williams und Renault abzuzeichnen - McLaren-Mercedes
hat weiterhin einen geringen Wettbewerbsnachteil.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 20 - Barrichello 13 - J.P. Montoya 12 - R.
Schumacher 5 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 0 - F.Alonso
8 - J.Button 9
ab zur Auswahl
Großer Preis von Bahrain in
Manama, 04. April 2004
Dritter Saisonsieg für Schumacher in Bahrain
Einen würdigen ersten Grand Prix im eigenen Land haben
heute die "Formel-1-Scheichs" in Bahrain erlebt: Zwar fuhren
Michael Schumacher und Rubens Barrichello einen weiteren
Ferrari-Doppelsieg ein, doch dahinter ging es teilweise munter
zur Sache. Speziell in der Schlussphase gab es noch einmal einige
interessante Szenen.
Schon vor der Aufwärmrunde blieb Gianmaria Bruni
(Minardi-Cosworth) auf seinem Startplatz stehen, der Italiener
konnte dann aber doch noch ins Rennen gehen. Den Start selbst
gewann Michael Schumacher, er führte Barrichello, Juan-Pablo
Montoya (BMW-Williams), den hervorragend von der Linie gekommenen
Takuma Sato (BAR-Honda) und Ralf Schumacher (BMW-Williams) in
dieser Reihenfolge durch die erste Runde.
Gleich in den ersten Sekunden nach dem Erlöschen der Ampel
ging es wirklich rund, zum Beispiel beschädigte
Renault-Pilot Fernando Alonso seine Frontpartie und er musste
daher gleich an die Box kommen. Cristiano da Matta (Toyota)
drehte sich hingegen ohne Fremdeinwirkung und wurde so fast bis
ans Ende des Feldes zurückgereicht. Praktisch zur selben
Zeit überholte Mark Webber (Jaguar-Cosworth) nach schlechtem
Start, aber einer guten ersten Runde den Coulthard-McLaren.
Kimi Räikkönen wurde nach zwei Runden schon an 14.
Position geführt. Vorne fuhr der Ferrari-Express ohne
Mühe den Verfolgern davon, wobei Barrichello von Anfang an
abreißen lassen musste.
In der achten Runde folgte dann ein weiteres Highlight im Grand
Prix, als sich Ralf Schumacher an Sato vorbeizwängen wollte,
dabei jedoch etwas zu optimistisch die Tür zuschmiss und
daraufhin mit dem Japaner kollidierte. Schumachers BMW-Williams
hob vom Boden ab und musste anschließend an der Box
gecheckt und repariert werden. Sato hatte Glück im
Unglück, konnte problemlos weiterfahren und verlor nur eine
Position an Jarno Trulli (Renault).
Wenige Sekunden später verabschiedete sich
Räikkönen mit dem zweiten Motorschaden des Wochenendes
- wieder mit spektakulären Flammen aus dem Auspuff - aus dem
Rennen, blieb damit auch im dritten WM-Lauf dieser Saison ohne
Punkte und muss seine Titelambitionen wohl vorzeitig
begraben.
Durch die Boxenstopps gab es zwischendurch eine
BAR-Doppelführung, Sato kam dabei zu seinen ersten
Führungskilometern in der Formel 1. Anschließend
beruhigte sich das Rennen bis in die 17. Runde: Sato, inzwischen
schon an der Box gewesen, kam unter Druck seines Teamkollegen
leicht von der Bahn ab und beschädigte auf den Randsteinen
seinen Frontflügel, weshalb er den zweiten Stopp vorziehen
musste.
Einen Punkt als Trost für die "Raubkatzen" holte Mark
Webber, wenn auch nicht ohne fremde Hilfe: Montoyas BMW-Williams
wurde mit Verdacht auf Getriebeproblem an dritter Stelle liegend
in der Schlussphase immer langsamer und fiel noch aus den
Punkten. Davon profitierte vor allem Jenson Button, der sich eine
Attacke auf der Strecke somit sparen konnte und ohne
Überholmanöver erneut auf dem Podium landete.
Die Ferraris nahmen in den letzten Runden Pace aus dem Rennen, in
den Punkterängen ging es aber noch ordentlich zur Sache:
Sato verteidigte seinen fünften Platz nur mit viel Mühe
gegen den drückenden Alonso, Ralf Schumacher setzte lange
Coulthard um Platz acht unter Druck, ehe nach Montoya auch noch
der Schotte mit einem technischen Problem aufgeben musste.
McLaren-Mercedes damit doppelt k.o. und wieder schwer
geschlagen.
Nach 57 Runden wurde Michael Schumacher als souveräner
Sieger abgewinkt, Barrichello wurde sicherer Zweiter - womit
Ferrari in beiden WM-Wertungen dem Titel entgegen eilt. Der Kreis
der Verfolger scheint indes auch 2004 wieder aus drei Teams zu
bestehen, wobei McLaren-Mercedes nur noch die Nummer fünf
sein dürfte - Renault und BAR-Honda wirken derzeit
stärker.
Für das Überholmanöver des Rennens sorgte
übrigens Takuma Sato gegen Halbzeit, als er in der ersten
Kurve Coulthard auf der letzten Rille ausbremste,
anschließend aber gerade so viel Raum ließ, dass es
in der Folgebiegung nicht krachte. Überhaupt
präsentierte sich der Japaner heute in Bombenform, was mit
vier Punkten belohnt wurde. Über mangelnde Action konnte
sich heute aber ohnehin niemand beschweren...
WM-Punktestand:
M. Schumacher 30 - Barrichello 21 - J.P. Montoya 12 - R.
Schumacher 7 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 0 - F.Alonso
11 -J.Trulli 11 - J.Button 15
ab zur Auswahl
Großer Preis von San Marino in
Imola 25. April 2004
Vierter Saisonsieg für Schumacher in Imola
Genau zehn Jahre ist es her, dass Michael Schumacher auf
Benetton-Ford das tragische Senna-Schicksalsrennen gewonnen hat -
und auf Ferrari wiederholte er heute dieses Kunststück.
Zweiter wurde Jenson Button vor Juan-Pablo Montoya.
Die Anfangsphase des ansonsten eher ereignislosen San Marino
Grand Prix war heiß: Speziell die beiden BMW-Williams von
Montoya und Ralf Schumacher duellierten sich. Montoya versuchte
in der Tosa-Kurve außen am Ferrari von Michael Schumacher
vorbeizugehen, der jedoch nicht von seiner Linie wich und den
Kolumbianer zu einem Ritt übers Gras zwang.
Anschließend versuchte "Schumi II" seinen temperamentvollen
Teamgefährten zu überholen, der jedoch auch nicht
nachgab und den kleinen Bruder des Weltmeisters neben die Strecke
fahren ließ. Nach dem Rennen suchte Juan Pablo Montoya die
Schuld nicht bei sich selber, sondern beim sechsfachen
Weltmeister. Am Start verteidigte Button zunächst seine Pole
Position. Schumacher konterte aber schnell, verringerte seinen
Rückstand binnen weniger Umläufe und hielt dann
strategisch clever Anschluss an den Briten.
Zu den Verlierern der Startphase gehörte Rubens Barrichello
(Ferrari) auf Platz sechs und David Coulthard, der nach einem
Zusammenstoß mit einem Renault die McLaren-Mercedes-Box
ansteuern musste, um einen neuen Frontflügel abzuholen, und
kurz darauf die 'Variante Bassa' abkürzte. Besser erging es
seinem Stallkollegen Kimi Räikkönen, der vom letzten
Startplatz aus einige Positionen wettmachen konnte und schon nach
nur drei Runden an 15. Stelle geführt wurde.
Bis zu der ersten Boxenstopp-Serie fädelte sich das Feld
ein, die Luft war schnell draußen. Bei den Stopps selbst,
die schon in der achten Runde begannen, war dann Sato der
größte Verlierer, denn der Japaner wurde von Platz
vier auf acht durchgereicht. Generell zeichnete sich schon
früh die Tendenz ab, dass ein späterer Boxenstopp einen
Vorteil bedeuten würde, was sich später auch noch in
einigen Situationen bewahrheitete.
Michael Schumacher legte in dieser Phase den Grundstein für
seinen Sieg, drehte nach Buttons Reifenwechsel einige schnellste
Runden und kam dann mit fünf Sekunden Vorsprung wieder auf
die Strecke zurück. Anschließend setzte er sich
relativ rasch ab und geriet nie wieder in Gefahr. Button fuhr
hinter dem Weltmeister ein braves Rennen ohne Fehler und sicherte
sich nach hinten gegen Montoya ab.
Spannung bot an einem an und für sich langweiligen
Formel-1-Nachmittag nur der Fight um die Plätze vier bis
sieben, den die beiden Renaults, Ralf Schumacher und Rubens
Barrichello untereinander austrugen. Barrichello übte in der
Anfangsphase Druck auf Schumacher aus, steckte dann aber
zurück, als er beim gleichzeitigen Boxenstopp um wenige
Zentimeter den Kürzeren zog. Der farblose Brasilianer fiel
dann weiter zurück und steckte vor dem letzten Stopp
zwischen Trulli und Alonso im Renault-Sandwich.
Barrichello legte nach einer wenig erwärmenden Leistung in
den letzten sechs Runden doch noch ein wenig nach, setzte den
knapp vor ihm fahrenden Trulli unter Druck, startete aber keine
ernsthafte Attacke mehr. Mit zwölf Sekunden Rückstand
auf Alonso, der sich binnen weniger Umläufe so weit absetzen
konnte und am Ende klar der schnellste Pilot war, rollte das Duo
auf den Plätzen fünf und sechs vor Pechvogel Ralf
Schumacher ins Ziel.
Den WM-Punkt für Platz acht erbte nach fehlerfreier Fahrt
mit Zwei-Stopp-Strategie Kimi Räikkönen, der damit
erstmals in dieser Saison eine Zielflagge sah. Aus eigener Kraft
wäre der Finne zwar nicht in so weit vorgestoßen, er
profitierte aber von einem Motorschaden Satos kurz vor Schluss.
Sauber-Pilot Giancarlo Fisichella, ebenfalls von hinten
gestartet, landete mit einer erstklassigen Vorstellung nur eine
Sekunde hinter dem "Silberpfeil" auf dem neunten Platz vor
Teamkollege Massa.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 40 - Barrichello 24 - J.P. Montoya 18 - R.
Schumacher 9 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 1 - F.Alonso
16 - J.Trulli 15 - J.Button 23
ab zur Auswahl
Großer Preis von Spanien in
Barcelona 9. Mai 2004
Jubiläumssieg für Schumacher in Barcelona
Wie schon zuletzt in Imola lag Ferrari-Superstar Michael
Schumacher bis zum ersten Boxenstopp nur an zweiter Stelle, doch
genau wie vor zwei Wochen übernahm er dann die Führung
- und gab sie nicht mehr aus der Hand. Zweiter wurde heute in
Barcelona Rubens Barrichello vor Jarno Trulli.
Der aufregenste Moment des Rennens war eigentlich bereits vor
dem Start zu vermelden, als ein verrückter Demonstrant
während der Einführungsrunde mit einem Plakat auf die
Strecke lief. Den Streckenmarshalls gelang es
glücklicherweise, den Mann zu überwältigen und
rechtzeitig von der Strecke zu zerren, ohne dass das
Startprozedere unterbrochen werden musste.
Dann nochmal Hochspannung beim Start: Zwar blieb die von vielen
erwartete Kollision zwischen Polesetter Michael Schumacher und
dem zweitplatzierten Juan Pablo Montoya aus. Mit einem Traumstart
fuhr Jarno Trulli von Startposition 4 ganz nach vorne. Dahinter
folgten Michael Schumacher, Takuma Sato, Montoya und Barrichello.
In den Folgerunden wechselten sich Trulli und Schumacher damit
ab, die jeweils schnellste Rennrunde zu fahren - und bauten ihren
Vorsprung vor den Verfolgern immer mehr aus. Trulli gelang es
indes nicht, sich vom Ferrari abzusetzen. Der Abstand zwischen
den beiden war stets unter einer Sekunde.
Die Renault-Führung fand ein Ende, als Jarno Trulli in
Rennrunde neun zu einem frühen ersten Boxenstopp hereinkam.
Zwar folgte Michael Schumacher nur eine Runde später, doch
das hatte ihm schon den entscheidenden Vorteil verschafft. Der
Kerpener kam vor Trulli wieder auf die Strecke zurück und
übernahm, als sein Teamkollege Rubens Barrichello in Runde
17 als einer der letzten zum Nachtanken kam, die
Führung.
Die Ferrar-Strategie verhalf zum Doppelsieg Rubens Barrichello
war auf einer anderen Boxenstrategie unterwegs als sein
Teamkollege und die meisten anderen Piloten. Während fast
alle dreimal stoppten, kam der Brasilianer nur zweimal an die
Box. Eine weise Emntscheidung, wie sich bereits gegen Halbzeit
abzeichnete, als Barrichello nach Trullis zweiten Stopp vor dem
Renault-Piloten auf Platz 2 lag. Diesen Platz konnte er bis ans
Ende halten und sorgte damit für einen Doppelsieg für
die Scuderia. Trulli musste sich in den letzten Rennrunden noch
seines Teamkollegen erwehren, ging aber schließlich doch
vor Fernando Alonso über die Ziellinie.
Während man bei den Roten den Jubiläumssieg Schumachers
im Jubiläumsrennen feierte, gab es lange Gesichter bei der
Konkurrent. Juan Pablo Montoya musste seinen BMW-Williams mit
einem Bremsdefekt in Runde 47 abstellen. Zwar schaffte es der
Kolumbianer noch zurück an die Box, dort versagten die
Bremsen dann aber vollends und er fuhr einen Mechaniker an, der
aber glücklicherweise unverletzt blieb. Sein Teamkollege
Ralf Schumacher fuhr ein eher unauffälliges Rennen, holte
aber als Sechster zumindest noch 3 Punkte für das Team. Die
Silberpfeile sahen zwar diesmal beide die Zielflagge, aber die
Plätze 10 und 11 gaben wohl kaum Anlaß zu
Jubelstürmen.
Jenson Button schaffte es hingegen trotz eines misslungenen
Qualifyings, sich noch in die Punkteränge vorzukämpfen.
Als Achter holte der BAR-Shooting Star ein Pünktchen,
während sein Teamkollege Takuma Sato die beiden Renault
ziehen lassen und sich mit Platz 5 zufrieden geben musste.
Giancarlo Fisichella war auf einer ähnlichen Strategie wie
Barrichello unterwegs und wurde dafür mit 2 WM-Zählern
für Platz 7 belohnt.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 50 - Barrichello 32 - J.P. Montoya 18 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 1 -
F.Alonso 21 - J.Trulli 21 - J.Button 24
ab zur Auswahl
Großer Preis von Monaco in
Monte Carlo 23. Mai 2004
Premierensieg für Trulli in verrücktem Grand
Prix
Mit einem vom Olivier Panis (Toyota) verursachten Startabbruch
begann der Nachmittag schon turbulent, beim eigentlichen Beginn
des Rennens bestätigten dann aber die Renault-Piloten ihre
Vormachtstellung auf den ersten paar Metern: Trulli kam vor
seinem Teamkollegen aus der ersten Runde zurück, Vierter war
nach einem Raketenstart zunächst Takuma Sato (BAR-Honda).
Michael Schumacher lag nur an sechster Position, weil er vom
vorbeischießenden Sato am Vorderrad touchiert wurde.
Der Japaner zündete sein Feuerwerk aber nur kurz ab, warf
von Anfang an bei jedem Schaltvorgang etwas Rauch und hielt das
gesamte Feld auf. Am Schwimmbad musste er dann in der dritten
Runde endgültig stehen bleiben, was eine Kettenreaktion zur
Folge hatte: In der massiven Rauchwolke Satos mussten die
nachfolgenden Piloten mangels Sicht abbremsen - und prompt
knallte Fisichella mit seinem Sauber ins Heck des
Coulthard-"Silberpfeils"!
Horror-Crash bei schlechter Sicht wegen
Sato-Rauchwolke
Für ein paar Sekunden hielt Monaco den Atem an, weil sich
Fisichella heftig überschlug und auf dem
Überrollbügel landete, er konnte sich dann aber
unverletzt selbst aus dem Wrack befreien. Natürlich musste
er aufgeben, ebenso wie Coulthard, dessen Heck komplett
hinüber war, aber das Rennen konnte hinter dem Safety-Car
fortgesetzt werden.
In der achten Runde wurde das Rennen neu gestartet und Trulli und
Alonso schufen sich rasch wieder einen geringen Abstand zu
Button, während weiter hinten Juan-Pablo Montoya den
überraschten Barrichello bei Sainte Devote ausbremste und
sich so auf Rang sechs nach vorne schob. Kurzfristig konnte der
Kolumbianer dann sogar auf Michael Schumacher Druck ausüben,
der Weltmeister setzte sich aber wieder problemlos ab, sobald
seine Bridgestones auf Temperatur waren.
Bis zum ersten Boxenstopps bauten die Renaults ihren Vorsprung
auf bis zu zehn Sekunden aus, wobei Trulli stets stärker als
Alonso wirkte. Michael Schumacher drehte dann bei freier Fahrbahn
einige schnellste Runden, überholte dadurch Button und
Räikkönen an der Box und hatte nach knapp 30 Runden an
dritter Stelle liegend nur noch sieben Sekunden Rückstand
auf die Führung. Button war in dieser Phase
unglücklich, verlor hinter da Matta (Toyota), der einen
langen ersten Stint fuhr, wertvolle Sekunden.
Nach der 40. Runde steuerte das Rennen einem neuerlichen
Höhepunkt zu, als das Safety-Car wieder auf die Strecke
geschickt wurde: Alonso wollte im Tunnel den Schumacher-Williams
überrunden, kam dabei aber auf den Schmutz und knallte bei
Tempo 280 gegen die Leitplanken. Zum Glück war der
Aufprallwinkel flach, weshalb der Spanier unverletzt blieb.
Michael Schumacher leckte durch diesen Zwischenfall noch einmal
Blut, warf dann aber seine Chancen durch Eigenverschulden weg:
Hinter dem Safety-Car machte er im Tunnel eine Vollbremsung -
vermutlich zum Aufwärmen der Reifen -, wodurch der hinter
ihm fahrende Montoya keinen Platz mehr hatte, sich innen
durchquetschen wollte, dabei aber den Deutschen berührte.
Der Ferrari wurde gegen die Leitplanken geschubst, dabei brach
die Radaufhängung links vorne.
Gewonnen hätte der fünffache Saisonsieger heute aber
ohnehin nicht, denn während Trulli und Button die
Safety-Car-Phase instinktiv richtig zum Boxenstopp nutzten, blieb
Schumacher noch draußen. Dadurch lag er zwar zum Zeitpunkt
seines Ausfalls in Führung, er hätte aber noch einmal
zum Tanken kommen müssen. Genau dasselbe Schicksal ereilte
seinen Teamkollegen Barrichello, der nach farbloser Vorstellung
immerhin den dritten Platz ins Ziel rettete.
Gegen Ende hin drohte das Rennen beinahe einzuschlafen, durch
die Überrundungen wurde Button aber noch einmal in Trullis
Windschatten gespült. Der BAR-Honda-Pilot übte die
letzten paar Runden über Druck aus, konnte aber keinen
Angriff mehr starten und wurde als Zweiter mit nur 0,4 Sekunden
Rückstand abgewinkt. Wirklich in Gefahr war Trulli
eigentlich nicht, denn bekanntlich ist Überholen in Monaco
denkbar schwierig.
Solider Vierter wurde Montoya, hinter ihm duellierten sich
erbittert Felipe Massa (Sauber-Petronas) und da Matta um den
fünften Platz. Letzterer verpasste diesen um
lächerliche 0,1 Sekunden, wird sich aber wohl doppelt
ärgern, da er ein paar Runden zuvor eine Durchfahrstrafe
absolvieren hatte müssen. Nick Heidfeld holte als Siebenter
dank guter Strategie und fantastischer fahrerischer Leistung
seine ersten Punkte, Achter wurde Panis. Ralf Schumacher verliert
sicheren WM-Punkt wegen Defekt
Ralf Schumacher lag lange auf Punktekurs, schied dann aber mit
technischem Defekt wenige Runden vor Schluss aus und verschenkte
somit den sicher scheinenden achten Rang. Insgesamt kamen nur
neun Fahrzeuge ins Ziel, als einziger Pilot ging Minardi-Mann
Zsolt Baumgartner leer aus. McLaren-Mercedes-Star Kimi
Räikkönen hätte heute auch gut punkten
können, ging aber schon vor Halbzeit wegen eines
Hydraulikschadens k.o.
In der Fahrer-WM liegt Monaco-Sieger Trulli nun an vierter
Stelle, nur noch einen Punkt hinter Button (32) und sieben hinter
Barrichello (38). Michael Schumacher steuert trotz des heutigen
Ausfalls ungefährdet seinem siebenten Titel entgegen,
schließlich hat er schon 50 Zähler auf seinem Konto.
Bei den Konstrukteuren bleibt Ferrari (88) klar in Front, Renault
(52) hat heute den zweiten Platz gegenüber BAR-Honda (40)
abgesichert. McLaren-Mercedes ist hinter Sauber-Petronas
zurückgefallen und nur noch an sechster Position.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 50 - Barrichello 38 - J.P. Montoya 23 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 1 -
F.Alonso 21 - J.Trulli 31 - J.Button 32
ab zur Auswahl
Großer Preis von Europa auf dem
Nürburgring 30. Mai 2004
Michael Schumacher gewinnt ungefährdet am
Nürburgring
Michael Schumacher behielt am Start recht souverän die
Führung vor Takuma Sato (BAR-Honda) und Jarno Trulli
(Renault), die sich schon nach ein paar Metern berührten,
wovon McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen profitierte
und den zweiten Platz übernahm. Bereits zuvor schied Ralf
Schumacher aus, der in der ersten Kurve mit seinem ungestüm
agierenden Teamkollegen Juan-Pablo Montoya kollidierte. Montoya
drückte "Schumi II" nach außen, der dabei auch da
Mattas Toyota ins Kiesbett beförderte.
Einen absoluten Superstart erwischte David Coulthard
(McLaren-Mercedes) vom letzten Platz aus, denn der Schotte wurde
schon nach nur einer Runde als Neunter im Klassement
geführt. Montoya musste am Ende der ersten Runde als Folge
der Kollision einen neuen Frontflügel abholen und war damit
aus der Entscheidung raus.
Nach dem hektischen Auftakt beruhigte sich das Rennen ein wenig
und es zeichneten sich auch früh die Strategien ab, als der
Führende schon nach acht Runden mit unfassbaren 15 Sekunden
Vorsprung erstmals nachtanken ließ und damit die Serie der
ersten Stopps eröffnete. Das Feld setzte großteils auf
drei Stopps, nur Barrichello, Coulthard sowie die Sauber- und
Jaguar-Piloten waren mit mehr Benzin an Bord unterwegs und
sparten sich so einen Service an der Box.
Für Räikkönen, schon im Vorjahr in Führung
liegend mit Defekt ausgeschieden, war dann nach dem ersten
Rennfünftel wieder Endstation - Motorschaden. In etwa zur
gleichen Zeit überholte Button durch die Boxenstopps
Renault-Pilot Fernando Alonso. Auch Barrichello gehörte zu
den Siegern der ersten Serie, war relativ rasch an dritter Stelle
zu finden.
In der 14. Runde leistete sich Alonso in der Mercedes-Arena
einen Fahrfehler, er kam von der Strecke ab und musste dabei
Monaco-Sieger Trulli durchlassen, der daraufhin im internen Duell
bis zum Schluss die Oberhand behielt. Renault spielte heute keine
Rolle um die Vergabe der Podestplätze, Trulli und Alonso
fuhren stets hinter Button im Verfolgerfeld.
Im Prinzip handelte es sich dann um einen weitgehend von den
Strategien geprägten Grand Prix, wobei Giancarlo Fisichella
(Sauber-Petronas), nach einer Strafversetzung von hinten ins
Rennen gegangen, am besten pokerte und dank einer fehlerfreien
Performance früh in die Punkteränge gespült wurde.
Wie David Coulthard, der - den vierten Platz vor Augen - genau
wie sein McLaren-Mercedes-Teamkollege mit Motorschaden aussteigen
musste. Für die "Silberpfeile" eine besonders empfindliche
Niederlage, vor heimischem Publikum.
Für Spannung sorgte dann im Prinzip nur noch der Kampf um
Platz zwei zwischen Barrichello und Sato: Der BAR-Honda-Pilot kam
nach seinem dritten Stopp knapp hinter dem Ferrari wieder auf die
Strecke, steckte aber nicht auf, sondern riskierte in der ersten
Kurve mit einem sehr späten Bremsmanöver alles. Dabei
kam es zu einer Berührung, bei der er sich den
Frontflügel kaputt fuhr, während der überraschte
Barrichello nach außen zog und somit einen Ausfall
verhinderte.
Sato hätte dann im Anschluss trotzdem noch den fünften
Platz nach Hause fahren können, möglicherweise infolge
der Kollision, bei der auch ein Seitenkasten mit dem Kühler
beschädigt wurde, platzte dann aber nur zwei Runden
später der Motor. Wenigstens profitierte ausgerechnet
Teamkollege Button vom Rückfall des Kamikaze-Japaners, der
damit wieder einmal einen Podestplatz holte und in der
Weltmeisterschaft den Ferraris auf den Fersen bleibt.
Michael Schumacher fuhr zum Schluss mit über 19 Sekunden
Vorsprung einen ungefährdeten Sieg ins Ziel, Barrichello
wurde Zweiter vor Button, Trulli, Alonso, dem bärenstarken
Fisichella, Jaguar-Pilot Mark Webber und Juan-Pablo
Montoya.
In der Weltmeisterschaft ist Michael Schumacher mit 60 Punkten
aus sieben Rennen wieder voll auf Kurs, gefolgt von Barrichello
(46), Button (38) und Trulli (36). Bei den Konstrukteuren blieb
alles beim Alten, allerdings hat Sauber-Petronas (10) den
Vorsprung auf McLaren-Mercedes im Kampf um den fünften Platz
auf fünf Punkte vergrößert.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 60 - Barrichello 46 - J.P. Montoya 24 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 4 - K.Räikkönen 1 -
F.Alonso 25 - J.Trulli 36 - J.Button 38
ab zur Auswahl
Großer Preis von Kanada in
Montreal 13. Juni 2004
Michael Schumacher feiert siebten Saisonsieg in
Kanada
In einem von Strategie entschiedenen Rennen im kanadischen
Montreal holte sich Michael Schumacher den insgesamt 77. Sieg
seiner Karriere. Der Ferrari-Star war von Startplatz 6 aus ins
Rennen gegangen und überfuhr die Ziellinie als Erster vor
seinem Bruder Ralf und Teamkollegen Rubens Barrichello.
Die entscheidende Frage beim achten Saisonrennen war, ob man mit
einer Zwei- oder mit einer Drei-Stopp-Strategie besser bedient
ist. Am Ende hatte Schumacher auf der Zwei-Stopp-Strategie knapp
die Nase vor der Konkurrenz mit drei Boxenstopps. Am Start konnte
Ralf Schumacher wegziehen und seine Pole Position in die
Rennführung umwandeln. Jenson Button hinter ihm lies sich
ebenfalls nicht abschütteln, während Fernando Alonso
mit einem Traumstart auf Position 3 vorschoss. Sein Teamkollege
dagegen rollte in der Startphase mit gebrochener
Radaufhängung aus und musste sein Rennen enttäuscht
beenden.
Montoya beendete die erste Runde als Vierter vor Michael
Schumacher, während zwischen Kimi Räikkönen und
Rubens Barrichello ein rundenlanger Kampf um Platz 6 entbrannte.
In der sechsten Runde beendete Barrichello das Duell, als er an
dem McLaren des Finnen vorbeizog und sich sofort mit einer
schnellsten Rennrunde absetzen konnte.
Die beiden McLaren-Piloten kamen als erste Fahrer zu einem
regulären Stopp an die Box, gefolgt von Jenson Button und
Juan Pablo Montoya. In der 14. Rennrunde kam schließlich
auch der Führende Ralf Schumacher zum Nachtanken und
Reifenholen - als einer der letzten Fahrer der
'Drei-Stopp-Fraktion'. Probleme gab es bei Kimi
Räikkönen, der die weiße Linie am Boxenausgang
unerlaubterweise überfuhr und sich somit eine
Drive-Through-Penalty einhandelte. Nachdem auch die beiden
Ferrari ihren ersten Boxenstopp hinter sich gebracht hatten,
übernahm Ralf Schumacher wieder die Führung vor Jenson
Button. Michael Schumacher war durch den späten Boxenstopp
an Montoya vorbeigekommen und damit Dritter. In den folgenden
Runden machte Montoya zwar an Boden gut und klebte bis zu seinem
zweiten Stopp in Runde 30 ganz dicht im Heck von Schumachers
Ferrari, schaffte es aber nicht, dem roten Rennen zu
überholen.
Nachdem die beiden Williams und Jenson Button ihre jeweils
zweiten Stopps hinter sich gebracht hatten, übernahmen die
Ferraris, die ganz dicht hintereinander im Parallelflug über
die Strecke rasten, die Führung vor Ralf, Alonso und
Button.
In der 41. Runde rollte Fernando Alonso plötzlich aus - ein
Problem mit der Antriebswelle, so die Information von
Renault.
Michael Schumacher kam in der 47. Runde zu seinem zweiten und
letzten Stopp. Eine Runde danach folgte sein Bruder Ralf - um kam
weiter hinter dem Weltmeister zurück auf die Strecke. Zwar
waren noch mehr als 20 Runden zu fahren, aber damit war das
Rennen entschieden. Michael Schumacher fuhr einem
ungefährdeten Sieg entgegen und konnte sich am Ende Zeit
lassen. Spannend wurde es noch einmal im Kampf um Platz vier.
Montoya war Jenson Button ganz dicht auf den Fersen - aber am
Ende gelang es dem BAR-Piloten, seinen Platz hinter den
Schumacher-Brüdern und Barrichello über die Ziellinie
zu retten. Weniger Glück hatte Takuma Sato, der abermals
einem spektakulären Motorschaden zum Opfer fiel.
Kurz vor Schluss noch einmal eine Schrecksekunde, als Felipe
Massa mit einem Aufhängungsschaden in die Reifenstapel
raste. Sichtlich schockiert, aber unverletzt entstieg der
Brasilianer dem Sauber-Wrack. Sein Teamkollege punktete dagegen
als Sechster - noch vor Kimi Räikkönen, der mit Platz 7
die Ehre der Silberpfeile mehr oder weniger rettete. Da Matta
holte als Achter ein Pünktchen für Toyota.
Williams und Toyota disqualifiert - zwei Punkte für
Glock
Nach technischen Überprüfungen wurde festgestellt, dass
die Bremsbelüftungen der Wagen nicht regelkonform waren. Die
FIA bestätigte, dass beide Toyotas und beide Williams aus
dem offiziellen Ergebnis ausgeschlossen wurden.
Somit verliert Ralf Schumacher einen zweiten, Juan Pablo Montoya
einen fünften, Cristiano da Matta einen achten und Olivier
Panis einen zehnten Platz.
Besonders erfreulich dürfte für Formel-1-Debütant
Timo Glock sein, dass er so in seinem ersten Rennen bereits zwei
Punkte holen konnte.
Das nun gültige Ergebnis lautet:
1. M. Schumacher, Ferrari, 10 Punkte
2. R. Barrichello, Ferrari, 8 Punkte
3. J. Button, BAR, 6 Punkte
4. G. Fisichella, Sauber, 5 Punkte
5. K. Räikkönen, McLaren, 4 Punkte
6. D. Coulthard, McLaren, 3 Punkte
7. T. Glock, Jordan, 2 Punkte
8. N. Heidfeld, 1 Punkt
WM-Punktestand:
M. Schumacher 70 - Barrichello 54 - J.P. Montoya 24 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 7 - K.Räikkönen 5 -
F.Alonso 25 - J.Trulli 36 - J.Button 44

Ralf Schumacher nachträglich Disqualifiziert wegen illegaler
Bremskühlung
2. Rubens Barrichello, 3. Jenson Button |
ab zur Auswahl
Großer Preis der USA in
Indianapolis 20. Juni 2004
Michael Schumacher gewinnt spektakulären
US-Grand-Prix
Der neunte WM-Lauf in Indianapolis brachte den mit Abstand
spannendsten und chaotischsten Grand Prix der Saison bisher. Am
Ende setzte sich Michael Schumacher knapp vor seinem Teamkollegen
Rubens Barrichello und Takuma Sato (BAR-Honda) durch.
Polesetter Barrichello entschied zunächst den Start für
sich, führte Schumacher und den sensationell gestarteten
Renault-Piloten Fernando Alonso in die erste Runde. Doch bereits
davor gab es jede Menge Hektik: Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams)
hatte vor der Aufwärmrunde Probleme, stieg regelwidrig ins
T-Car um und nahm das Rennen aus der Boxengasse in Angriff. Im
späteren Rennverlauf wurde der Kolumbianer dann
disqualifiziert.
Jede Menge Hektik gleich in der Anfangsphase Gleich in der ersten
Kurve verabschiedeten sich mehrere Piloten: Christian Klien
(Jaguar-Cosworth) fuhr dem Toyota von Cristiano da Matta ins
Heck, drehte sich und wurde von Felipe Massa (Sauber-Petronas)
gerammt. Da Matta, offenbar wegen technischer Probleme so
langsam, dass Klien auffuhr, musste an die Box kommen, Klien und
Massa schieden aus, genau wie Giorgio Pantano und Gianmaria
Bruni.
Wegen der Bergungsarbeiten wurde das Safety-Car in der zweiten
Runde auf die Strecke geschickt, vier Umläufe später
ging es dann weiter. Den Restart nutzte Michael Schumacher zu
einem Überholmanöver vor der ersten Kurve, er hatte
dabei aber Glück, weil er beinahe schon vor der Ziellinie
durchgeschlüpft wäre - nur Zentimeter trennten
Schumacher in dem Augenblick von einer möglichen
Zeitstrafe.
In der neunten Runde erlitt Alonso bei Start und Ziel einen
Reifenschaden und er rammte beim Ausschlittern spektakulär
einige Werbebanden. Das Rennen konnte fortgesetzt werden, ohne
dass das Safety-Car auf die Strecke musste, doch nur zwei Runden
später folgte die nächste Schrecksekunde: Ralf
Schumacher verlor seinen Wagen aus bisher noch nicht
geklärten Gründen außer Kontrolle und krachte in
der Steilkurve gegen die Mauer.
Ralf konnte sich nicht selbst aus dem komplett zerstörten
Wrack befreien, signalisierte aber sofort, dass er bei
Bewusstsein ist. Nach einigen Minuten traf das Medical-Team unter
der Leitung von Prof. Sid Watkins ein, um Schumacher samt Sitz zu
bergen. Sicherheitshalber wurde eine Halskrause angebracht,
ersten Informationen zufolge zog er sich aber nur ein gestauchtes
Kreuz zu. Im Moment befindet er sich zu einer Untersuchung in
einem Krankenhaus.
Sein Bruder nutzte indes die Gelegenheit, kam gleich zu Beginn
der Safety-Car-Phase gleichzeitig mit Barrichello an die Box und
behielt dadurch die Führung vor den beiden
BAR-Honda-Piloten, die selbst nicht stoppten.
Für viel Spektakel sorgte anschließend Takuma Sato,
der nach seinem ersten regulären Stopp durch das Feld
pflügte und binnen weniger Runden mehrere Piloten gnadenlos
überholte. Dennoch setzte es für BAR-Honda einen
empfindlichen Rückschlag, als Button die Box ansteuerte und
direkt in die Garage abbog. Für den Briten war dies der
erste Ausfall in der laufenden Saison.
Das Rennen verlief anschließend in halbwegs geregelten
Bahnen, durch die Boxenstopps gab es aber zahlreiche
Überholmanöver am Ende der Start- und Zielgeraden. Die
vorentscheidende Phase brach dann mit den zweiten Stopps der
Ferraris an, als Schumacher einige Runden früher als
Barrichello reinkommen musste. Barrichello drehte
anschließend einige schnelle Runden, machte seinen
Rückstand wett und kam nach seinem Boxenstopp im
Windschatten des Teamkollegen zurück auf die Fahrbahn.
Es folgten einige beherzte Versuche des Brasilianers, in
Führung zu gehen, vor der ersten Kurve fehlten aber jeweils
ein bis zwei Fahrzeuglängen, um wirklich attackieren zu
können. Wirklich knapp wurde es nur bei einem aggressiven
Überholversuch im Infield, als Barrichello beinahe in
Schumachers Heck gefahren wäre und nur mit viel Können
einen Ausrutscher oder gar eine Kollision verhinderte.
Während der Ferrari-Express ungefährdet ins Ziel
rollte, überholte Sato in der ersten Kurve Jarno Trulli
(Renault), der als Letzter gestartet war, so aggressiv, dass
beide in die Wiese mussten, er fuhr in der Folge aber seinen
ersten Podestplatz überhaupt sicher nach Hause. Olivier
Panis (Toyota) wurde in seinem 150. Grand Prix nach fehlerfreier
Vorstellung Fünfter vor Kimi Räikkönen und David
Coulthard (beide McLaren-Mercedes), die nur bei den
Überrundungen aufgefallen sind.
Jubel herrschte beim Minardi-Team, denn durch die vielen
Ausfälle - zwölf von 20 Piloten sahen die Zielflagge
nicht - erbte Zsolt Baumgartner seinen ersten WM-Punkt in der
Formel 1, den ersten für das Team seit Webber in Melbourne
vor zwei Jahren.
In der Weltmeisterschaft konnte Michael Schumacher seinen
Vorsprung auf Barrichello auf 18 Punkte ausbauen, Dritter ist
weiterhin Jenson Button mit 44 Zählern Rückstand. Bei
den Teams sind die Fronten noch klarer bezogen: Ferrari hat schon
142 Punkte gesammelt, Renault 66, BAR-Honda 58 und BMW-Williams
36. McLaren-Mercedes hat durch das heutige Ergebnis das
Sauber-Team überholt und liegt nun an fünfter Position
(17).
WM-Punktestand:
M. Schumacher 80 - Barrichello 62 - J.P. Montoya 24 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 9 - K.Räikkönen 8 -
F.Alonso 25 - J.Trulli 41 - J.Button 44
ab zur Auswahl
Großer Preis von Frankreich in
Magny-Cours 4. Juli.2004
Schumacher gewinnt mit strategischer Meisterleistung
Obwohl Fernando Alonso von der Pole Position startete, setzte
sich am Ende zum neunten Mal im zehnten Saisonrennen Michael
Schumacher durch: Der Ferrari-Star gewann mit einer
unkonventionellen Vier-Stopp-Strategie den Grand Prix von
Frankreich vor Alonso und seinem Teamkollegen Rubens
Barrichello.
Das Rennen war nie wirklich spektakulär, bot aber dennoch
durchgehend packende Spannung, wenn auch überwiegend durch
die Strategie generiert. Am Start ging es nicht sonderlich
heiß her: Alonso kam optimal weg und führte
Schumacher, Jarno Trulli im zweiten Renault, Jenson Button
(BAR-Honda) und den schlecht gestarteten David Coulthard
(McLaren-Mercedes) durch die erste Runde. Olivier Panis
würgte seinen Toyota fast ab und fiel auf den letzten Platz
zurück.
In der elften Runde eröffnete dann Schumacher unerwartet
früh die Serie der ersten Boxenstopps, wodurch Alonso, der
etwas länger draußen bleiben konnte, seine
Führung behielt. Grundsätzlich taten sich heute durch
die Strategie nicht allzu viele Türen auf, da fast das
komplette Feld geschlossen auf drei Stopps setzte, also musste
man sich bei Ferrari etwas überlegen, um Schumacher an
Alonso vorbeizuschleusen.
In der 17. Runde sorgte dann Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams)
für einen weiteren Zwischenfall, indem er sich in der
letzten Schikane drehte und auf den achten Platz zurückfiel,
von dem er sich nicht mehr verbessern konnte.
Das Rennen verlief dann in gewohnten Bahnen - es tat sich nicht
viel, bis Michael Schumacher die Serie der vermeintlich letzten
Boxenstopps um rund fünf Umläufe früher als
erwartet eröffnete. Der Deutsche blieb nur 6,5 Sekunden
stehen, hatte so ein relativ leichtes Auto und frische Reifen und
konnte ein paar Runden wie im Qualifying hinlegen. Zu dem
Zeitpunkt war klar, dass er erstmals in der Geschichte der Formel
1 auf eine reguläre Vier-Stopp-Strategie setzen
würde.
Alonso konnte in dieser entscheidenden Phase des Rennens nicht
mehr zulegen und verlor daher nach seinem eigenen letzten Stopp
viel Zeit auf Schumacher, vergrößerte seinen
Rückstand binnen weniger Minuten von gut zehn auf mehr als
20 Sekunden - und das reichte für den Weltmeister aus, um in
Führung zu bleiben. Nach dem vierten und letzten
Reifenwechsel und Nachtanken hatte Schumacher dann keine Probleme
mehr und konnte seinen neunten Saisonsieg sicher nach Hause
fahren.
Spannend wurde es dann noch einmal im Kampf um Platz drei, den im
letzten Stint Trulli, Barrichello und Button austrugen. Button
verpasste seine Chance auf das Podium durch ein Ruckeln beim
Losfahren aus der Box, wodurch er nicht nur hinter Trulli wieder
auf die Strecke kam, sondern in der Adelaide-Haarnadel auch noch
von Barrichello überholt wurde, und konnte in der Folge
keine Akzente mehr setzen. Danach war lange die Luft aus diesem
Dreikampf draußen.
Erst in der allerletzten Runde griff Barrichello dann doch noch
an: Zuerst zeigte er sich in der Haarnadel in Trullis
Rückspiegel, doch der schmiss die Tür zu, aber in der
vorletzten Kurve, wo niemand mit einer Attacke rechnen
würde, schob sich der Brasilianer innen beherzt neben den
Renault, bremste spät und nutzte den
Überraschungseffekt, wodurch Renault beim Heimrennen auf
peinliche Art und Weise einen sicher scheinenden dritten Platz
verlor.
Auf die WM-Wertung hat der heutige Strategie-Leckerbissen keine
wesentlichen Auswirkungen: Michael Schumacher hat seinen
Vorsprung auf Barrichello auf 22 Punkte ausgebaut, Jenson Button
liegt weitere 20 Punkte hinten, hat seinerseits zwei Zähler
Vorsprung auf Trulli. Bei den Konstrukteuren enteilt Ferrari
indes der Konkurrenz immer weiter - 158 Punkte der Italiener
stehen 79 von Renault und 62 von BAR-Honda gegenüber.
BMW-Williams (37) liegt auf Position vier.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 90 - Barrichello 68 - J.P. Montoya 25 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 12 - K.Räikkönen 10 -
F.Alonso 33 - J.Trulli 46 - J.Button 48
ab zur Auswahl
Großer Preis von
Großbritannien in Silverstone 11. Juli
2004
Schumacher ist auch in Silverstone nicht zu stoppen
Michael Schumacher holte sich in Silverstone den 80. Sieg seiner
Karriere und baute seinen Vorsprung in der Fahrermeisterschaft
weiter aus. Der Kerpener entschied den Zweikampf mit dem von der
Pole-Position gestarteten Kimi Räikkönen für sich,
auch wenn eine Safety Car Phase nach einem schweren Unfall von
Jarno Trulli die Ferrari-Strategie durcheinander brachte. Trulli
entstieg dem Wrack seines Renaults unverletzt; Rubens Barrichello
sicherte sich Platz 3 vor Lokalmatador Jenson Button.
Polesetter Räikkönen erwischte einen perfekten Start,
während sich hinter ihm das Feld ohne gravierende
Verschiebungen durch Copse einsortierte. Der "Iceman" setzte sich
gleich in der ersten Runde um 3,5 Sekunden von Barrichello ab,
vergrößerte seinen Vorsprung dank eines
anfänglichen Michelin-Vorteils in Runde zwei auf 4,3
Sekunden, doch dann stabilisierte sich der Abstand zunächst
bei rund vier Sekunden.
Zwar begann Barrichello einige Runden später nachzulegen,
aber an den Silberpfeil kam er dennoch nicht heran. Der
Brasilianer kam in der achten Runde schließlich auch als
Erster der Führungsgruppe an die Box. Auch Coulthard,
Räikkönen und Button stoppten relativ zeitig,
während Michael Schumacher seinen ersten Boxenstopp lange
herauszögerte. Und nicht nur das - kaum hatte er freie
Fahrt, fuhr der Kerpener stolze zwei Sekunden schneller als die
Konkurrenz! Am Ende der 14. Rennrunde hatte er schließlich
über 23 Sekunden Vorsprung auf Räikkönen
herausgefahren - und kam an die Box. Zwar stand Schumacher
länger als seine Rivalen, aber trotzdem reichte sein
Vorsprung, um knapp vor Räikkönen wieder auf die
Strecke zurückzukommen und seine Führung zu
behaupten.
Auch Sauber-Pilot Giancarlo Fisichella wartete extrem lange bis
zu seinem ersten Stopp. Erst in der 23. Runde kam er zum
Nachtanken und Reifenholen in die Box - zu einem Zeitpunkt, wo
man sich bei Renault und Williams schon um zweiten Stopp fertig
machte. Die Zweistoppstrategie des Italieners sollte sich
auszahlen, denn obwohl er von ganz hinten gestartet war, lag er
nach seinem ersten Stopp auf Platz 8 und beendete das Rennen in
den Punkterängen.
Nachdem Michael Schumacher zwischenzeitlich schon einen kleinen
Abstand herausgefahren hatte, holte Räikkönen in der
Mitte des zweiten Stints wieder auf und kam bis auf eine halbe
Sekunde an den Ferrari heran. Doch bevor er eine Chance hatte
einen Angriff zu starten, musste er in Runde 29 wieder an die
Box.
Schumacher kam in der 37. Runde zu seinem zweiten und letzten
Boxenstopp. Er kam wiederum direkt vor Räikkönen
zurück auf die Strecke. Da der Finne noch einen dritten
Stopp machen musste, schien es ganz so, als würde der
Weltmeister einem weiteren ungefährdeten Sieg
entgegenfahren. Doch dann wurde es doch noch einmal eng für
Schumacher.
Jarno Trulli kam mit einem Aufhängungsschaden von der
Strecke ab und raste bei der Ausfahrt der Bridge-Kurve mit
Vollgas in die Streckenbegrenzung. Der Renault überschlug
sich mehrmals und wurde bei dem Crash fast vollständig
zerlegt. Wrackteile waren über die ganze Strecke verteilt.
Für Trulli ging der Unfall den Umständen entsprechend
glimpflich aus - der Italiener entstieg dem Wrack
unverletzt.
Doch als das Safety Car auf die Strecke kam, damit der Asphalt
von herumliegenden Teilen des zerstörten Renault gereinigt
werden konnte, nutzten Räikkönen, Barrichello und
einige andere die Gunst der Stunde, um ihre Boxenstopps
einzuschieben - und bei langsamen Safety Car Tempo möglichst
wenig zeit zu verlieren.
Sechzehn Runde vor Rennende ging das Safety Car von der Strecke -
und die Endphase des Rennens versprach noch einmal richtig
spannend zu werden, denn der Abstand zwischen Schumacher und
Räikkönen war auf drei Zehntelsekunden geschrumpft und
dahinter kämpften Barrichello und Button um Platz 3. Doch im
Laufe der nächsten Runden fiel Räikkönen mit
Reifenproblemen immer weiter zurück, und auch Button
schaffte es nicht, an Barrichello dran zu bleiben.
Schumacher überquerte die Ziellinie als ungefährdeter
Sieger vor Räikkönen und Barrichello. Dahinter
verpasste Lokalmatador Button das Podium nur knapp, während
Montoya als Fünfter die Ehre der BMW-Williams hochhielt.
Fisichella holte mit einer beeindruckenden Vorstellung und einer
guten Rennstrategie drei Punkte für Sauber, und Coulthard
und Webber komplettierten die Punkteränge.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 100 - Barrichello 74 - J.P. Montoya 29 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 14 - K.Räikkönen 18 -
F.Alonso 33 - J.Trulli 46 - J.Button 53
ab zur Auswahl
Großer Preis von Deutschland in
Hockenheim 25. Juli 2004
Souveräner Heimsieg für Schumacher in
Hockenheim
Mit einem Triumph auf dem Hockenheimring sicherte sich Michael
Schumacher den 11. Saisonsieg im 12. Rennen. Der nach seinem
Motorschaden von Platz 13 gestartete Jenson Button und Fernando
Alonso lieferten sich ein brillantes Duell und schafften als
Zweit- und Drittplatzierter den Sprung aufs Podium.
Nach der Start zunächst durch ein Problem an Olivier Panis'
Toyota abgebrochen und eine zweite Einführungsrunde gefahren
werden musste, konnte Michael Schumacher seine Pole Position beim
Rennstart in eine Führung umwandeln. Während der neben
ihm startende Juan Pablo Montoya schlecht wegkam, gelang Fernando
Alonso ein Traumstart, der den Renault-Piloten auf Platz 2 vor
brachte.
Rubens Barrichellos Versuch, in der Haarnadelkurve an David
Coulthard vorbeizuziehen scheiterte hingegen. Der Ferrari-Pilot
verlor dabei seinen Frontflügel, musste an die Box, um den
Schaden zu beheben und verbrachte den Rest des Rennens damit, dem
Feld hinterherzufahren. Seine Aufholjagd brachte ihn jedoch nicht
über Platz 12 hinaus.
Währenddessen zeigte sich in der Spitzengruppe, dass
Hockenheim eine Strecke ist, auf der man überholen kann.
Kimi Räikkönen ging an Fernando Alonso vorbei auf Platz
2, und Montoya zeigte dem sechstplazierten Mark Webber ein
Überholmanöver, wie es im Buche steht: Der
Williams-Pilot ging außen an der Haarnadelkurve an Webber
vorbei, der Australier versuchte daraufhin, seine Position zu
verteidigen - und wurde am Kurvenausgang prompt zu weit von der
Strecke getrieben, so dass Montoya vorbeischlüpfen
konnte.
In der zehnten Runde kam Schumacher zu einem frühen ersten
Boxenstopp. Kimi Räikkönen folgte ihm in der
nächsten Runde, und auch der Rest der Spitzengruppe kam nach
und nach zum Reifenholen und Nachtanken.
Verhältnismäßig lange auf der Strecke blieb
unterdes Jenson Button, der nachdem er in der Startaufstellung
zehn Plätze zurückgestuft worden war, durch die
Boxenstopps der Konkurrenz zwischenzeitlich sogar das Rennen
anführte.
In der 13. Rennrunde sorgte Kimi Räikkönen mit einem
spektakulären Abflug für eine Schrecksekunde. An
zweiter Stelle liegend sorgte er für den ersten Paukenschlag
im Rennen, als beim Anbremsen der Nordkurve sein Heckflügel
kollabierte. Der MP4-19B des Finnen geriet sofort außer
Kontrolle, trudelte ins Kiesbett und schlug leicht in die
Barrieren ein, wodurch der Weg zum nächsten Schumacher-Sieg
im Prinzip schon frei war.
Michael Schumacher führte das Rennen weiter an. Ca. 11
Sekunden dahinter hatte Fernando Alonso Platz zwei von
Räikkönen geerbt. David Coulthard hing jedoch ganz
dicht im Heck des Renaults, vor Montoya, Button und Trulli.
Letzterer konnte seine sechste Position jedoch nicht lange
halten, denn von hinten drängten Sato und Webber. Ein
unachtsamer Moment Trullis gab Sato die Chance für ein
Überholmanöver. Webber nutzte seinerseits die Gunst der
Stunde und schlüpfte ebenfalls am Renault vorbei.
Die zweite Boxenstoppphase verlief ähnlich wie die erste.
Wieder kam Schumacher relativ früh an die Box, und wie zuvor
war auch diesmal wieder Button der Nachzügler. Erst in der
34. Runde stoppte der Brite zum zweiten Mal. Sein Teamkollege
Sato - eben noch mit einem brillanten Überholmanöver im
Rampenlicht - machte derweil mit einem fulminanten Dreher auf
sich aufmerksam, konnte sein Rennen aber ohne Schaden am BAR
fortsetzen.
In den folgenden Runden entbrannte ein spannungsgeladener
Zweikampf zwischen Fernando Alonso und Jenson Button um Platz 2.
Mehrmals versuchte Button am Ende der schnellen geraden an Alonso
vorbeizugehen, musste den Renault aber immer wieder ziehen
lassen.
Michael Schumacher kam in Runde 47 zu seinem dritten und letzten
Boxenstopp. Diesmal ließ auch Button nicht lange auf sich
warten. Doch mit dem 'Überholmanöver in der Box' wollte
es nicht so recht klappen - auch diesmal kam er wieder direkt
hinter Alonso auf die Strecke zurück. Zusätzlich schien
ein Defekt an seinem Helm den Briten zu behindern. Auf den
Geraden griff sich Button immer wieder ans Visier. Doch davon
ließ sich der BAR-Überflieger nicht beeindrucken und
zog schließlich in der Haarnadelkurve an Alonso
vorbei.
Alonso fiel dagegen zurück und musste in den letzten
Rennrunden die Augen vor allem im Rückspiegel haben, wo
David Coulthards Silberpfeil immer größer wurde.
Trotzdem rettete der Spanier seinen dritten Platz am Ende noch
über die Ziellinie, während Michael Schumacher als
Sieger bei seinem Heimrennen abgewinkt wurde. Button holte sich -
in den letzten 20 Runden fast immer einhändig fahrend -
Platz 2 und damit seinen 7. Podiumsplatz in diesem Jahr. Montoya,
Webber, Ralf Schumacher-Ersatzmann Pizzonia und Sato
komplettieren die Punktränge, während der
zwölftplazierte, punktelose Rubens Barrichello mit einem
Plattfuß auf der Start-Ziel-Geraden stehen blieb und somit
nicht für den von Ferrari ersehnten vorzeitigen Gewinn der
Konstrukteurs-WM sorgen konnte
WM-Punktestand:
M. Schumacher 110 - Barrichello 74 - J.P. Montoya 33 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 19 - K.Räikkönen 18 -
F.Alonso 39 - J.Trulli 46 - J.Button 61
ab zur Auswahl
Großer Preis von Ungarn in
Budapest 15. August 2004
Ferrari holt sich Konstrukteurstitel mit strahlendem
Doppelsieg
Mit einem Doppelsieg in Ungarn stellte die Scuderia Ferrari nicht
nur eindrucksvoll ihre Dominanz unter Beweis, sondern sicherte
sich auch vorzeitig - fünf Rennen vor Ende der Saison - den
Konstrukteurstitel. Es war ein klarer Start-Ziel-Sieg für
Michael Schumacher, der die Ziellinie vor seinem Teamkollegen
Rubens Barrichello und Renault-Star Fernando Alonso
überfuhr.
Was sich in der ungarischen Nachmittagshitze - die Thermometer
zeigten 27 Grad im Schatten, und der Asphalt erwärmte sich
bis auf 45°C - auf dem Hungaroring abspielte, war
zugegebenermaßen nicht besonders nervenaufreibend. Der
Spannungshöhepunkt des Rennens war dabei noch die
Startphase. Rubens Barrichello blieb beim Start zur
Einführungsrunde stehen. Glück im Unglück für
den Zeitplatzierten der Startaufstellung: Es gelang ihm, seinen
Ferrari in Gang zu bringen, bevor der letzte Fahrer die
Startaufstellung verlassen hatte, so dass er seinen Startplatz
behalten durfte.
Beim eigentlichen Rennstart dann zog Michael Schumacher vorne
weg. Dahinter schoss Alonso mit einem Traumstart von Platz 5 nach
vorne und griff sogar Rubens Barrichello an. Schließlich
musste er aber zurückstecken und gab sich mit Platz 3
zufrieden. Schlecht gestartet waren hingegen Takuma Sato und
Antonio Pizzonia. Der Ralf Schumacher-Ersatz war auf Rang 11
zurückgefallen. Am Ende der ersten Runde führte
Schumacher vor Barrichello, Alonso und Montoya. Button hatte die
teaminterne Hackordnung bei BAR als Fünfter wieder
zurechtgerückt; Trulli, Räikkönen und Sato
komplettierten die Punkteränge. Als 69 Runden später
die karierte Flagge fiel, hatte sich an diesem Klassement relativ
wenig geändert.
In der 13. Runde, kurz nach der ersten Phase der Boxenstopps, kam
Kimi Räikkönen mit einem offensichtlich weidwunden
McLaren zum zweiten Mal in die Box. Der Wagen wurde mit
Elektronikproblemen in die Garage geschoben; wenig später
stieg Kimi Räikkönen aus. Bei Ferrari schien es etwa
zur selben Zeit leichte Probleme mit einer Tankanlage zu geben -
auf die Leistung der Boliden oder die Platzierung der beiden
Piloten wirkte sich das aber zumindest nicht sichtbar aus.
Auch die nächsten beiden Boxenstopp-Phasen brachten keine
Positionsänderungen in der Spitzengruppe mit sich.
Schumachers Vorsprung auf Barrichello lag gegen Halbzeit des
Rennens bei 10 Sekunden, Alonso war eine weitere halbe Sekunde
hinter dem Brasilianer. Sein Teamkollege Jarno Trulli hingegen
musste seinen Einsatzwagen 28 Runden vor Rennende mit einem
technischen Defekt auf der Start-und-Ziel-Geraden
abstellen.
Ein beachtliches Rennen fuhr Nick Heidfeld im Jordan-Ford: Der
Mönchengladbacher kam optimal von der Linie weg, hielt sich
dann problemlos im Mittelfeld mit den Jaguars und Toyotas und kam
nach einem verpatzten Boxenstopp als solider Zwölfter mit
zwei Runden Rückstand ins Ziel.
Vorjahressieger Alonso erlebte einen ruhigen Nachmittag zwischen
dem Ferrari-Express und dem Verfolgerpaket. Platz vier sicherte
sich Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) nach tollem Start mit
seiner wohl besten Ungarn-Performance, gefolgt von Jenson Button,
Takuma Sato (beide BAR-Honda) und Antonio Pizzonia
(BMW-Williams), der seine Chancen auf den sechsten Platz mit
einem Ausritt in der Schlussphase wegwarf. Giancarlo Fisichella
(Sauber-Petronas) wurde Achter.
Davon unbeeindruckt drehte das Ferrari-Duo vorne seine Runden
und ließ es auf den letzten Runden vom Fall der Zielflagge
eher gemächlich angehen. Der Doppelsieg sorgte dafür,
dass man mit nunmehr insgesamt 202 Zählern in der
Konstrukteursmeisterschaft uneinholbar vorne liegt. Es ist der
sechste Konstrukteurstitel in Folge für die Scuderia.
Michael Schumacher wird noch bis zum nächsten Rennen in Spa
warten müssen, bis er sich den Titel - rein rechnerisch -
holen kann. Schon jetzt steht allerdings fest: Weltmeister werden
kann nur noch einer der beiden Ferrari-Piloten.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 120 - Barrichello 82 - J.P. Montoya 38 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 19 - K.Räikkönen 18 -
F.Alonso 45 - J.Trulli 46 - J.Button 65
|
ab zur Auswahl
Großer Preis von Belgien in Spa
29. August 2004
Räikkönen gewinnt dramatischen Grand Prix in
Spa
Im mit Abstand interessantesten und actionreichsten Grand Prix
der Saison feierte in Belgien Kimi Räikkönen
(McLaren-Mercedes) seinen ersten Saisonsieg vor dem neuen und
alten Weltmeister Michael Schumacher (Ferrari).
Am Start setzte Jarno Trulli (Renault) seine gestrige Pole
zunächst in die Führung vor Teamkollege Fernando Alonso
um, während Michael Schumacher weniger gut wegkam - der
sechsfache Spa-Triumphator musste in La Source auch noch David
Coulthard (McLaren-Mercedes) passieren lassen und kam als Vierter
aus der ersten Runde zurück. Dahinter lag nach einem
Blitzstart schon Räikkönen vor Juan-Pablo Montoya
(BMW-Williams).
Mehrere Unfälle gleich in der ersten Runde
Spa wäre aber nicht Spa, wenn es nicht auch ordentlich
krachen würde: Der übermotivierte Mark Webber
(Jaguar-Cosworth) touchierte am Start das Heck von Rubens
Barrichello (Ferrari), der daraufhin zweimal zur Reparatur an die
Box kommen musste, und schied nach ein paar Metern aus, ebenso
wie Takuma Sato (BAR-Honda), Gianmaria Bruni (Minardi-Cosworth)
und Giorgio Pantano (Jordan-Ford), die eine Safety-Car-Phase
verursachten. F1Total.com-Newsletter:
Bei dem Zwischenfall, der am Hügel nach Eau Rouge
passierte, stand Pantanos Jordan sogar einige Sekunden leicht in
Flammen. Genau aufgeklärt werden, wie es überhaupt dazu
gekommen ist, konnte noch nicht - fix nur, dass die beiden
Minardis kollidierten, was zu einer Kettenreaktion geführt
haben dürfte. Jenson Button (BAR-Honda) und Felipe Massa
(Sauber-Petronas) mussten in dieser Phase zu Reparaturstopps an
die Box kommen.
Gleich nach dem Restart setzte sich der spätere Sieger
erstmals richtig in Szene, als Räikkönen mit den sofort
funktionierenden Michelins bei Eau Rouge spektakulär
Schumacher ausbeschleunigte. Symptomatisch für diesen
Nachmittag: Michelin hatte auf den ersten Runden immer einen
klaren Vorteil, während die Bridgestones erst später
auf Touren kamen. Jede Safety-Car-Phase war somit ein Vorteil
für die Michelin-Piloten.
Noch in derselben Runde knackte auch Montoya Schumacher - in
einem atemberaubenden Manöver außen am Deutschen
vorbei beim Bus Stop. Wenig später ging Räikkönen
auch noch an seinem Teamkollegen Coulthard vor Les Combes vorbei,
anschließend machte er Jagd auf die führenden
Renaults. In dieser Phase erfingen sich die Ferraris langsam,
pflügte Barrichello nach den Stopps durch das Feld,
während Schumacher Tempo aufnahm.
Christian Klien (Jaguar-Cosworth) eröffnete dann die Serie
der ersten Boxenstopps und setzte damit auf eine
Drei-Stopp-Strategie, während die meisten Top-Piloten nur
zweimal reinkamen. Gleichzeitig war auch der führende Trulli
beim Service und Alonso verabschiedete sich aus dem Grand Prix:
Der Spanier drehte sich beim Anbremsen von Les Combes und dann
wenige Meter später noch einmal, blieb im Kiesbett stecken
und musste enttäuscht aufgeben.
Coulthard schien nach frühem Reifenschaden schon k.o.
Für Coulthard schien das Rennen schon vorüber, als er
in der zwölften Runde einen Reifenschaden erlitt, was
für Michelin das erste beunruhigende Zeichen an einem
traumatischen Nachmittag sein sollte, denn es folgten später
weitere Schrecksekunden. Für kurze Zeit beruhigten sich die
Ereignisse, ehe plötzlich Trulli an Tempo
einbüßte. Der Italiener hielt rundenlang Schumacher,
Massa und Montoya auf und kollidierte dann in Bus Stop mit
Montoya. Beide konnten aber weiterfahren.
Indes setzte weiter hinten Barrichello seinen Vorwärtsdrang
fort, bis er erstmals in den Punkterängen lag. Der
Brasilianer riskierte mehrere Überholmanöver, unter
anderem gegen Giancarlo Fisichella (Sauber-Petronas), der nach
einem Ausritt über weite Strecken des Rennens mit einer
beschädigten Aerodynamik fighten musste. Der Italiener
erbrachte dennoch eine tadellose Leistung und fiel nie aus den
Punkten.
Das Finale des Nachmittags wurde in Runde 30 eingeläutet,
als Button beim Überrunden von Baumgartner einen weiteren
Michelin-Platten erlitt, sich bei über 300 km/h drehte und
den ungarischen Minardi-Piloten unabsichtlich aus dem Weg
räumte. Wegen der vielen Wrackteile musste noch einmal das
Safety-Car auf die Strecke, wodurch der mehr als zehn Sekunden
große Vorsprung von Räikkönen mit einem Schlag
dahin war.
Spannender Showdown durch eine Safety-Car-Phase
Hinter dem Safety-Car absolvierte das gesamte Feld die letzten
regulären Boxenstopps, ehe der große Showdown in der
folgenden Reihenfolge in Angriff genommen wurde:
Räikkönen vor Schumacher, Montoya, Barrichello, Zonta
(Toyota), Massa, Fisichella, Panis (Toyota), Klien, Trulli,
Coulthard und dem chancenlosen Nick Heidfeld (Jordan-Ford).
Antonio Pizzonia (BMW-Williams), heute meist vor Montoya, schied
hinter dem Safety-Car an sensationeller dritter Stelle liegend
nach starker Vorstellung aus.
Beim Restart des Rennens hatten wieder die Michelin-Piloten einen
Vorteil, wodurch sich Räikkönen rasch von Schumacher
absetzen konnte. Weiter hinten griff sich Klien in La Source
Panis, womit er erstmals in seiner Karriere auf Punktekurs lag.
Überhaupt fuhr der Österreicher heute ein beherztes
Rennen, was ihm gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung
bei Jaguar eröffnen dürfte. Durch einige Ausfälle
wurde er am Ende sogar bis auf Platz sechs nach vorne
gespült.
Dann noch einmal ein Drama nach dem anderen: In Runde 37 schied
Montoya mit dem nächsten Reifenschaden aus, weil er keinen
neuen Satz Gummis mehr abholte, sondern demoralisiert ausstieg,
obwohl seine Crew ihn wieder ins Rennen schicken wollte. Zwei
Umläufe später krachte Coulthard ins Heck von Klien,
wobei der Frontflügel beschädigt wurde - neuerlich eine
Safety-Car-Phase. Der Schotte steuerte aber die Box an, holte
sich eine neue Nase und blieb in derselben Runde mit dem
Führenden.
Räikkönen ließ am Ende nichts mehr
anbrennen
Für drei Runden wurde der Grand Prix dann noch einmal
freigegeben, mit den Michelins ließ Räikkönen
aber nichts mehr anbrennen. Schumacher, wohl wissend, den Titel
im Sack zu haben, begnügte sich mit Platz zwei vor seinem
Teamkollegen Barrichello, gefolgt von Massa und Fisichella, der
bis zum Schluss den bissigen Klien im Nacken hatte. Coulthard,
der im Finale sensationell zurückfightete, und Panis holten
sich die letzten Punkte.
Der anfangs lange führende Trulli schleppte sein
angeschlagenes Fahrzeug an neunter Stelle ins Ziel, gefolgt von
Zonta, der einen vierten Platz sicher in der Tasche zu haben
schien, ehe sein Toyota-Motor entlang der Kemmel-Gerade platzte.
Dennoch wurde der Brasilianer als Zehnter gewertet, noch vor
Heidfeld, der am Ende mit technischen Schwierigkeiten einen
langen Boxenstopp absolvieren musste und vier Runden
Rückstand hatte.
Der Grand Prix mit vielen Helden, unzähligen
Zwischenfällen und noch mehr Dramen brachte dann aber vor
allem eines, nämlich die endgültige Entscheidung in der
Fahrer-WM zu Gunsten von Michael Schumacher, noch dazu im 700.
Grand Prix von Ferrari in der Formel 1. Der Deutsche wurde im 14.
Rennen 2004 erstmals auf der Strecke geschlagen, während
McLaren-Mercedes den ersten Sieg in dieser Saison feierte.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 128 - Barrichello 88 - J.P. Montoya 38 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 21 - K.Räikkönen 28 -
F.Alonso 45 - J.Trulli 46 - J.Button 65
ab zur Auswahl
Großer Preis von Italien in
Monza 12. September 2004
Barrichello gewinnt turbulenten Grand Prix in Monza
Der Grand Prix von Italien wurde dann auf feuchter Piste
gestartet und bot in der Folge jede Menge Spektakel.
Schlussendlich sorgten Rubens Barrichello und Michael Schumacher
für einen auf sensationelle Weise erkämpften
Ferrari-Doppelsieg.
Jede Menge Spannung schon vor dem Start, als alle rätselten,
wer mit Intermediates und wer mit Trockenreifen ins Rennen gehen
würde. Polesetter Barrichello wollte kein Risiko eingehen
und entschied sich für Intermediates, ebenso wie Felipe
Massa (Sauber-Petronas). Beide hatten dadurch eine grandiose
erste Runde, bauten dann aber relativ rasch wieder an Performance
ab. David Coulthard wechselte sofort nach der Aufwärmrunde
an der McLaren-Mercedes-Box auf Trockenreifen zurück.
Aus der ersten Runde kam Barrichello dank der Reifen mit einem
Vorsprung von 6,9 Sekunden auf Fernando Alonso (Renault)
zurück, Dritter war Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) vor
Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes), Jenson Button,
Takuma Sato (beide BAR-Honda), Massa, Jarno Trulli (Renault) und
Christian Klien (Jaguar-Cosworth), der vom Tumult der ersten
Kurven profitierte und so bis auf Platz neun nach vorne
rutschte.
Michael Schumacher war zu diesem Zeitpunkt nur noch 15., nachdem
er sich gleich zu Beginn der ersten Runde gedreht hatte. Der
Deutsche hatte relativ viel Benzin für einen langen ersten
Stint an Bord und konnte daher auch nicht gleich mit seiner
Aufholjagd loslegen, wurde dann aber mit leichter werdendem
Fahrzeug immer schneller. Im selben Tumult, in dem der Deutsche
Federn lassen musste, schied Olivier Panis (Toyota) aus.
In den folgenden Runden sortierte sich das Feld langsam ein, es
gab mehrere Überholmanöver - unter anderem Button gegen
Montoya, Schumacher gegen Coulthard und Klien gegen Trulli. In
der fünften Runde wechselte sogar die Führung, als
Barrichellos Intermediates abbauten und Alonso vor der
Ascari-Schikane problemlos an ihm vorbeiging. Im selben Umlauf
musste der Brasilianer die Box ansteuern, nachtanken und neue
Pneus aufziehen lassen, wodurch er weit zurückfiel, aber
noch knapp vor seinem Teamkollegen blieb.
Ein Großteil war auf zwei Stopps programmiert. Die Ferraris
arbeiteten sich indes mit längeren Stints als die Konkurrenz
weiter nach vorne, wobei Barrichello wegen des volleren Tanks
Schumacher passieren lassen musste.
Früh bildete sich dann eine Spitzengruppe, nur
Räikkönen verabschiedete sich mit einem Defekt im
Motorenbereich früh.
Mit Fortdauer des Rennens wurde Schumacher immer
schneller
Um die 30. Runde herum drehte Michael Schumacher ganz groß
auf: Durch seinen langen Stint konnte er länger
draußen bleiben als die Konkurrenz und er kam so hinter
Button, Alonso und Sato zurück auf die Strecke, wobei er
letzteren gleich in der ersten Schikane nach dem Stopp
überholte. Anschließend drehte sich Alonso und der
Weltmeister lag plötzlich an dritter Stelle - und übte
fortan Druck auf den vor ihm fahrenden Button aus.
Zu diesem Zeitpunkt führte Barrichello, der etwa zu Halbzeit
des Rennens von zwei auf drei Stopps umstellte und mit einem
Zwischenspurt von Platz vier in Führung gehen wollte. Der
Brasilianer vergrößerte seinen Vorsprung von
zwölf auf über 20 Sekunden und blieb beim letzten Stopp
tatsächlich vorne. Sehr zur Freude der Tifosi überholte
just in derselben Sekunde Schumacher Button bei Start und Ziel,
was Ferrari mit einem Schlag eine Doppelführung
bescherte.
In dieser Reihenfolge rollte das Führungstrio dann auch ins
Ziel, wobei Schumacher noch einmal ein wenig Druck machte, dann
aber doch keine Attacke mehr wagte. Sato fuhr sicher Platz vier
nach Hause, gefolgt von Montoya, der am Ende mit Problemen immer
mehr Boden einbüßte. Coulthard und Pizzonia fighteten
bis in die letzte Runde um Platz sechs und kollidierten im
letzten Umlauf sogar noch in der ersten Schikane, an der Reihung
änderte dies aber nichts mehr. Fisichella holte den letzten
Punkt für Sauber.
In der Marken-WM gab es heute auch einige interessante
Entwicklungen: BAR-Honda liegt dank des soliden Ergebnisses nun
drei Zähler vor Renault auf Position zwei, während
BMW-Williams den Vorsprung auf McLaren-Mercedes leicht ausbauen
konnte. Bei den Fahrern wurde indes die Entscheidung über
den Vizetitel vertagt, Barrichello hat aber 27 Punkte Vorsprung
auf Button bei nur noch drei zu fahrenden Rennen.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 136 - Barrichello 98 - J.P. Montoya 42 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 24 - K.Räikkönen 28 -
F.Alonso 45 - J.Trulli 46 - J.Button 71
ab zur Auswahl
Großer Preis von China in
Schanghai 26. September 2004
Barrichello gewinnt Premiere in China
Der erste Grand Prix auf chinesischem Boden hat gehalten, was er
versprochen hat: Bei herrlichem Wetter und vor beeindruckender
Zuschauerkulisse mit 150.000 Fans setzte sich Rubens Barrichello
heute in Shanghai nur um gut eine Sekunde vor Jenson Button und
Kimi Räikkönen durch und landete damit einen
historischen Sieg.
Vor dem Start waren alle Augen auf Michael Schumacher gerichtet,
der nach Dreher im Qualifying und einem Motorwechsel in der Nacht
auf Sonntag aus der Boxengasse ins Rennen ging. Seine
Ferrari-Crew wartete aus reglementtechnischen Gründen bis
zum Umspringen der Ampel, dann wurden die Reifen gewechselt und
Benzin nachgetankt, ehe sich der Weltmeister mit schwerem
Fahrzeug auf die Jagd nach den Konkurrenten machen konnte. Vorne
verteidigte Barrichello seine Pole Position souverän vor
Räikkönen, dahinter nistete sich Fernando Alonso mit
einem weiteren Renault-Raketenstart ein.
Die Comeback-Superstars Ralf Schumacher (BMW-Williams) und
Jacques Villeneuve (Renault) erwischten solide Starts, konnten
sich aber wegen ihrer Zwei-Stopp-Strategien vom Speed her nicht
wirklich in Szene setzen, weil viele Konkurrenten von vornherein
drei Tankstopps einplanten und damit erst einmal schneller
unterwegs waren. Durch die gemischten Strategien ergaben sich
auch einige Überholmanöver und taktische
Spielchen.
In der vierten Runde begann Michael Schumacher mit den ersten
Überholmanövern, doch sein Vorwärtsdrang war rasch
gestoppt, als er hinter Olivier Panis (Toyota) zu liegen kam, der
sich nicht allzu leicht knacken ließ. Für den
Weltmeister folgte dann ein turbulenter Nachmittag: Erst
kollidierte er beim Überholversuch gegen Christian Klien mit
dem Jaguar-Piloten, der daraufhin aufgeben musste, dann drehte er
sich, ehe er schließlich mit einem Reifenschaden an die Box
rollte.
Indes ging an der Spitze Button relativ früh an Alonso
vorbei, während Barrichello mit Räikkönen im
Schlepptau die Führung verteidigte. Der
McLaren-Mercedes-Pilot konnte den Speed des Ferrari mitgehen,
aber nie attackieren, weshalb er einen frühen zweiten
Boxenstopp einlegte - doch auch diese Strategie ging nicht auf.
Button setzte im Gegensatz dazu insgesamt nur auf zwei Stopps,
wodurch er zwischenzeitlich die Führung übernehmen
konnte.
In der 17. Runde wurde Takuma Sato (BAR-Honda) vorübergehend
an vierter Stelle geführt, weil er durch einen langen ersten
Stint zunächst nach vorne kam. Die großen Verlierer
der ersten Boxenstopps waren hingegen die Sauber-Piloten, die
einige Positionen einbüßten - unter anderem gegen Ralf
Schumacher, der ebenfalls lange draußen blieb und dank
starker Performance kurz sogar in Führung lag. Teamkollege
Juan-Pablo Montoya hatte er jedenfalls sicher im Griff.
Das Ende des Rennens kam für den Deutschen dann jedoch wegen
einer Kollision mit David Coulthard, der im Gegensatz zu
Räikkönen nie wirklich auffallen konnte. "Schumi II"
zog vor der Haarnadelkurve nach innen, wo jedoch sein
schottischer Konkurrent zu spät bremste, was im Endeffekt
beide kostete: Der BMW-Williams-Pilot musste mit gebrochener
Hinterradaufhängung aufgeben, Coulthard zog sich einen
Reifenschaden zu und kam an die Box.
Vorne spitzte sich indes der strategische Kampf um den Sieg zu:
Barrichello war mit dem schnellsten Auto im Prinzip nie in
Gefahr, kam nach seinem letzten Stopp mehr als acht Sekunden vor
Button wieder auf die Strecke, während Räikkönen
am schlechtesten pokerte und trotz der besten Pace in der
Schlussphase mit Platz drei Vorlieb nehmen musste. Das Top-Trio
schob sich in den letzten Runden bis auf 1,4 Sekunden zusammen,
ernsthafte Attacken blieben aber aus.
Vierter wurde nach solider Vorstellung Alonso vor Montoya und
Sato, der einen tollen Erfolg für BAR-Honda abrundete - in
der Konstrukteurswertung ist der Vorsprung auf Renault nun schon
auf neun Punkte angewachsen. Das Sauber-Duo Fisichella/Massa
machte am Ende keine Fehler mehr und rettete so drei Zähler.
Auf den letzten Metern des Rennens musste Massa seinen achten
Platz noch gegen Coulthard verteidigen, er meisterte dies aber
souverän.
In den finalen Runden kam es auch noch zur Neuauflage des alten
Duells zwischen Villeneuve und Michael Schumacher um Platz elf,
welches der Ferrari-Pilot mit einem kontrollierten Manöver
vor der Haarnadelkurve für sich entscheiden konnte, ehe er
überraschend noch ein drittes Mal an die Box kommen
musste.
Schnellste Rennrunde: Michael Schumacher in der letzten Runde
mit einer Zeit von 1:32.238.
Das Rennen bot alles, was man sich von der Formel 1 wünschen
kann - frei nach dem Motto, das Ferrari-Präsident Luca di
Montezemolo gestern ausgegeben hat: "Rubens soll das Rennen
gewinnen, Michael wird für ein bisschen Show sorgen."
Bewährt hat sich auch der 'Shanghai International Circuit',
der Überholmanöver sehr gut zuzulassen scheint, und
durch die verschiedenen Strategien kam zusätzliche
Würze in den Nachmittag.
In der WM-Wertung steht Michael Schumacher ja ohnehin schon
längst als Weltmeister fest, seit heute hat sein Teamkollege
Barrichello aber den Vizetitel sicher. Jenson Button ist der
dritte Platz auch nicht mehr zu nehmen. In der
Konstrukteurswertung setzte sich indes BAR-Honda weiter von
Renault ab, der Abstand zwischen BMW-Williams und
McLaren-Mercedes im Kampf um Rang vier beträgt nun aber nur
noch sechs Zähler.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 136 - Barrichello 108 - J.P. Montoya 46 - R.
Schumacher 12 - D.Coulthard 24 - K.Räikkönen 34 -
F.Alonso 50 - J.Trulli 46 - J.Button 79
ab zur Auswahl
Großer Preis von Japan in
Suzuka 10. Oktober 2004
Schumacher dominiert Japan Grand Prix
Michael Schumacher fuhr beim Großen Preis von Japan einen
überlegenen Start-Ziel-Sieg ein. Der Ferrari-Pilot gewann
das Rennen in Suzuka zum sechsten Mal in seiner Karriere. Ralf
sorgte als Zweiter für einen Schumacher-Doppelsieg,
BAR-Pilot Jenson Button schaffte als Dritter den Sprung aufs
Podium und verwies seinen Teamkollegen, Lokalmatador Takuma Sato
auf Platz vier.
Nach dem Regenchaos am Freitag und der Taifun-Absage gestern
rechneten viele mit einem der aufregendsten Rennen der Saison,
doch diese Erwartung konnte der Grand Prix von Japan nicht
erfüllen. Schumacher gewann den Start und gab von dem
Zeitpunkt an die Führung nicht mehr ab. Selbst als er zum
ersten Boxenstopp reinkommen musste, blieb er knapp vor Jenson
Button, der heute im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Takuma Sato
auf zwei statt auf drei Stopps setzte. Anschließend fuhr
der siebenfache Weltmeister den Grand Prix locker nach Hause.
Unterm Strich nahm er 14 Sekunden Vorsprung über die
Ziellinie mit.
Bruder Ralf wurde ebenso ungefährdet Zweiter, obwohl sein
erster Stint der kürzeste im gesamten Feld war. Spannend
lediglich das Duell der BAR-Honda-Piloten: Button ging am Start
an Sato vorbei und kam als Dritter aus der ersten Runde
zurück, in Runde sieben überholte jedoch der Japaner
seinen Teamkollegen wieder. Der Vorsprung, den er sich
anschließend aufbaute, reichte aber nicht für den
zusätzlichen Boxenstopp aus.
Abgesehen von den Boxenstopps - bis auf Button, Alonso und
Räikkönen setzten alle auf drei Stopps - verlief der
Grand Prix in der Folge relativ statisch, auch
Positionsverschiebungen blieben Mangelware. Ein Highlight
löste nur Montoya aus, der sich vor der Schikane an Trulli
im Toyota vorbeibremsen wollte, auf die Wiese rutschte und
dadurch auch Barrichello durchschlüpfen lassen musste. Der
Ferrari-Star wiederum überholte ein paar Meter später
Trulli, zeitgleich verlor Montoya eine weitere Position an
Giancarlo Fisichella (Sauber-Petronas).
Hinter den beiden Schumachers, Button und Sato sicherte sich mit
einer soliden Performance Alonso den fünften Platz, dennoch
ist die Konstrukteurs-WM für Renault so gut wie verloren.
Räikkönen wurde Sechster, Montoya, der an den Boxen
wieder an Fisichella vorbeikam, und eben Fisichella teilten sich
die restlichen Punkte. Felipe Massa (Sauber-Petronas) wurde nach
starker Performance Neunter, überholte in der Schlussphase
noch Villeneuve, der unmittelbar dahinter landete.
Für die Weltmeisterschaft, in der ohnehin schon alle
wichtigen Entscheidungen gefallen waren, änderte sich durch
das Rennen in Suzuka nur wenig. Der Vorsprung von BAR-Honda auf
Renault bei den Konstrukteuren beträgt jetzt 16 Punkte, was
im Prinzip nicht mehr einzuholen ist, während BMW-Williams
mit ebenso komfortablen 13 Zählern Vorsprung auf
McLaren-Mercedes nach Brasilien fliegen kann. Noch offen ist der
Kampf um Platz vier bei den Fahrern zwischen Alonso (54) und
Montoya (48).
WM-Punktestand:
M. Schumacher 146 - Barrichello 108 - J.P. Montoya 48 - R.
Schumacher 20 - D.Coulthard 24 - K.Räikkönen 37 -
F.Alonso 54 - J.Trulli 46 - J.Button 85
ab zur Auswahl
Großer Preis von Brasilien in
Sao Paulo, 24. Oktober 2004
Montoya gewinnt mit Mini-Vorsprung in Brasilien
Eine Stunde vor Rennbeginn setzte in Interlagos
leichter Regen ein, und da schwante dem Formel-1-Zirkus schon,
dass es möglicherweise einen chaotischen Grand Prix geben
würde. Zumindest die ersten Runden waren dann auch
geprägt von Überholmanövern und Drehern, ehe sich
die Geschehnisse wieder beruhigten.
Unmittelbar vor dem Start gab es erstmals Aufregung, als aus dem
Heck von Jenson Buttons BAR-Honda Rauch strömte. Der Brite
setzte sich zwar problemlos in Bewegung, musste aber schon nach
vier Runden aufgeben. Zu dem Zeitpunkt war die Strecke vom Regen
klitschnass - und mit Fernando Alonso, Jacques Villeneuve (beide
Renault) und David Coulthard (McLaren-Mercedes) wagten es nur
drei Piloten, auf Trockenreifen anstelle von Intermediates ins
Rennen zu gehen.
Polesetter Rubens Barrichello erwischte den geplanten
Traumstart, hatte aber auf den ersten Metern mit seinen
Bridgestone-Reifen leichte Nachteile gegenüber den
Michelin-Pneus. Dadurch setzte sich relativ rasch Kimi
Räikkönen in Führung, ehe sich
das Kräfteverhältnis der Reifenmarken wieder
normalisierte, als es abtrocknete. Ab der fünften Runde
wechselten die Fahrer zurück auf Trockenreifen.
Bis dahin passierte jedoch jede Menge Action: Button arbeitete
sich vor seinem Ausfall kurzfristig auf Platz drei vor, Felipe
Massa (Sauber-Petronas) war kurz ebenfalls Dritter, ehe er auf
Position fünf zurückgereicht wurde, Giancarlo
Fisichella (Sauber-Petronas) drehte sich gleich in der zweiten
Runde, ebenso wie Michael Schumacher (Ferrari), der nach gutem
Start beim Überholversuch gegen Christian Klien
(Jaguar-Cosworth) im Senna-S etwas zu optimistisch war und beim
Herausbeschleunigen ins Schleudern kam.
In Runde fünf drehte der auf Trockenreifen gestartete
Alonso, der durch die Boxenstopps der Konkurrenten ganz nach
vorne gespült wurde, die schnellste Runde, was
endgültig den Umschwenk der Bedingungen signalisierte.
Räikkönen und Montoya gingen indes gleichzeitig an die
Box - und auch wieder raus: Seite an Seite fuhren die
künftigen Teamkollegen durch die Boxengasse, ehe sich
Räikkönen bei der Ausfahrt durchsetzte. Ein paar Meter
später hatte dann aber Montoya auf der Bremse das bessere
Ende für sich.
In der neunten Runde führte Alonso acht Sekunden vor Montoya
und neun vor Räikkönen. Dahinter formierte sich ein
Verfolgerpaket mit Ralf Schumacher , Takuma Sato,
Barrichello, Villeneuve, Coulthard und Massa.
Michael Schumacher erholte sich zu diesem Zeitpunkt vom Schock
seines Drehers zu beginn und arbeitete sich langsam wieder in
Richtung Top 10 nach vorne, wo er sich wenig später ein
sehenswertes Duell mit Coulthard lieferte.
Inzwischen hatte Montoya die Führung übernommen, rund
vier Sekunden vor Räikkönen - und von dem Zeitpunkt an
machte das nächstjährige McLaren-Mercedes-Duo den Sieg
unter sich aus. Die Ferraris fanden nie zu ihrer Pace und rollten
unauffällig im Verfolgerfeld mit.
Anschließend passierte im letzten Grand Prix des Jahres
nicht mehr viel: Sato verabschiedete sich in einer Phase, als es
zwischenzeitlich vereinzelt tröpfelte, im Senna-S kurz in
die Wiese und musste Barrichello durchlassen, der seinerseits
nach dem dritten und letzten Boxenstopp seinen dritten Platz
ungefährdet nach Hause fahren konnte. Auch Alonso und Ralf
Schumacher kamen sich einige Male nahe und unterhielten so die
Fans.
Der Kampf um den Sieg wurde durch einen langen vorletzten Stint
von Räikkönen, in dem er ein paar schnelle Runden
drehte, noch einmal spannend: Montoya kam mit nur einer Sekunde
Vorsprung vom Stopp zurück, hatte den "Silberpfeil" stets im
Rückspiegel, kam aber nie mehr in Gefahr und machte auch
keinen Fehler mehr, weshalb er schlussendlich genau eine Sekunde
Vorsprung ins Ziel rettete - der erste Saisonerfolg für
BMW-Williams.
Hinter Räikkönen und Barrichello folgte ein Viererpaket
mit Alonso, Ralf Schumacher, der kurz vor Schluss noch Sato
überholte, und Michael Schumacher, der eine farblose
Darbietung hinlegte. Massa rettete 1,5 Sekunden Vorsprung auf
seinen Stallkollegen Fisichella über die Linie und wurde
damit für seine tolle Leistung im Qualifying belohnt.
Villeneuve blieb wieder blass und beendete den Grand Prix als
Zehnter vor Coulthard.
In der Weltmeisterschaft gab es keine wesentlichen Verschiebungen
mehr - weder bei den Konstrukteuren, noch bei den Fahrern.
Montoya verpasste trotz seines Triumphs heute den vierten Platz
um einen Zähler, während bei den Konstrukteuren alles
unverändert blieb: BAR-Honda gewann das Duell gegen
BAR-Honda um den zweiten Platz um 14 Zähler, während
BMW-Williams auf 88 zu 69 gegen McLaren-Mercedes stellte.
WM-Punktestand:
M. Schumacher 142 - Barrichello 114 - J.P. Montoya 58 - R.
Schumacher 24 - D.Coulthard 24 - K.Räikkönen 45 -
F.Alonso 59 - J.Trulli 46 - J.Button 85
ab zur Auswahl
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