Großer Preis von Bahrain in
Manama, 13. März 2006
Hochspannung in Bahrain: Alonso siegt vor Schumi -
Räikkönen mit toller Performance Dritter
Spannender hätte man sich den Saisonauftakt nicht
wünschen können: Überholmanöver,
Strategiespielchen und ein Herzschlagfinale in den letzten
Rennrunden. Fernando Alonso hatte am Ende knapp die Nase vorn,
Michael Schumacher wurde mit nur 1,2 Sekunden Rückstand auf
den amtierenden Weltmeister Zweiter. Mit einer beeindruckenden
Aufholjagd fuhr Kimi Räikkönen vom letzten Startplatz
auf Position 3 vor.
Am Start verteidigte Schumacher zunächst seine Pole
Position, dicht gefolgt von seinem Teamkollegen Felipe Massa, der
ihm den Rücken freihielt. Alonso nutzte das späte
Wegfahren von Jenson Button (Honda) und setzte sich an die dritte
Position, ging schon nach wenigen Kurven auch an Massa vorbei.
Als Vierter kam Juan-Pablo Montoya aus der ersten Runde
zurück, gefolgt von Rubens Barrichello (Honda), und
Button.
Kollision zwischen Heidfeld und Rosberg am Start
Bereits davor hatte die neue Formel-1-Saison jedoch ihre ersten
Opfer gefordert, denn Christijan Albers (MF1-Toyota) blieb am
Start stehen, nachdem zuvor schon sein Teamkollege Tiago Monteiro
aus der Boxengasse ins Rennen gestartet war, und in der ersten
Kurve kollidierten Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) und Nico
Rosberg (Williams-Cosworth). Beide fielen ans Ende des Feldes
zurück, Rosberg musste zur Reparatur an die Box.
Gleich in der Anfangsphase lieferten sich Button und Barrichello
ein sehenswertes Stallduell, doch Button setzte sich am Ende
durch und konnte in der Folge die wegen dieses Fights entstandene
Lücke zu den Autos vor ihm relativ rasch wieder
schließen. Etwas weiter hinten legte sich Christian Klien
(Red-Bull-Ferrari) Fisichella zurecht, der früh mit
technischen Problemen zu kämpfen hatte und seinen Renault
wieder mal schon nach dem ersten Renndrittel abstellen
musste.
Schumacher, Alonso und Massa setzten sich von den Verfolgern ab,
doch aus dem Drei- wurde schon nach sechs Runden ein Zweikampf,
als Massas Heck vor der ersten Kurve überbremste, der
Brasilianer sich drehte und beinahe Alonso aus dem Weg
geräumt hätte. Der Ferrari-Neuzugang musste daraufhin
an die Box, wo sein rechtes Hinterrad stecken blieb und er
anderthalb Minuten verlor. Anschließend spielte er keine
Rolle mehr.
Während vorne Schumacher etwa fünf Sekunden Vorsprung
auf Alonso herausfuhr, arbeitete sich Kimi Räikkönen
trotz eines wegen seiner Einstoppstrategie vollen Tanks immer
weiter nach vorne, durch die ersten Boxenstopps der Zweistopper
rutschte er immer weiter nach vorne.
Schumacher blieb nach erstem Stopp in Führung
Der führende Schumacher musste in Runde 15 erstmals
nachtanken lassen, verteidigte seine Spitzenpositionen aber durch
die erste Stoppserie hindurch, obwohl Alonso vier Runden
länger draußen bleiben konnte. Allerdings schrumpfte
dadurch der Abstand zwischen dem siebenfachen und dem einfachen
Weltmeister, so dass Alonso im zweiten Stint nur an Schumacher
dran bleiben musste, um eine echte Siegchance zu haben.
Zwischendurch lieferten sich Ralf Schumacher und Jarno Trulli ein
fast schon peinlich anmutendes Toyota-Stallduell um den 15.
Platz. Zwischen Michael Schumacher und Alonso spitzte sich indes
alles auf ein Strategieduell beim zweiten Boxenstopp zu - und
wieder musste der Ferrari früher zum Nachtanken
hereinkommen.
Ferrari-Crew verspielte möglichen Sieg an der
Box
Schumacher wurde in 8,7 Sekunden abgefertigt und benötigte
damit eine Sekunde länger als Alonso, der wieder drei Runden
länger draußen bleiben konnte. Der Vorjahressieger im
Renault wurde zwar in jenen drei Runden von Nachzüglern
aufgehalten, hatte beim Herausfahren aus der Box aber um
Haaresbreite die Nase vorne, so dass er den Sieg ins Ziel relativ
locker nach Hause fahren konnte. Nur einmal zeigte sich
Schumacher noch kurz im Rückspiegel des Spaniers.
Platz drei rettete Räikkönen nach einer Superleistung
ins Ziel, unmittelbar gefolgt vom in der Schlussphase sehr zahmen
Button. Montoya wurde Fünfter, Webber starker Sechster - und
Rosberg war als Siebenter der heimliche Mann des Rennens: Der
deutsche Grand-Prix-Neuling packte - nach dem frühen
Reparaturhalt auf drei Stopps umgepolt - in der Schlussphase erst
Coulthard, dann Klien - und untermauerte seine grandiose
Aufholjagd mit mehreren schnellsten Rennrunden hintereinander.
Klien schleppte seinen gegen Ende immer langsamer werdenden
Red-Bull-Ferrari auf Platz acht ins Ziel und wurde mit einem
nicht unbedingt erwarteten Punkt belohnt.
WM-Punktestand:
F.Alonso 10 - G.Fisichella 0 - K.Räikkönen 6 - J.P.
Montoya 4
M. Schumacher 8 - Massa 0 - J.Trulli 0 - R. Schumacher 0 -
J.Button 5
ab zur Auswahl
Großer Preis von Malaysia in
Sepang, 19. März 2006
Giancarlo Fisichella fuhr in Malaysia einen souveränen
Sieg vor Alonso und Button nach Hause
Mit einer fehlerfreien Vorstellung beim Großen Preis von
Malaysia sorgte Giancarlo Fisichella für den zweiten
Renault-Sieg im zweiten Saisonrennen. Es ist der insgesamt dritte
Sieg für den Italiener. Sein Teamkollege Fernando Alonso
wurde Zweiter vor Jenson Button im Honda. Michael Schumacher kam
als Sechster ins Ziel.
Beim Start konnten sich Pole-Setter Fisichella und der neben ihm
stehende Button an die Spitze setzen. Dahinter waren die beiden
Williams-Piloten Webber und Rosberg so damit beschäftigt,
einen teaminternen Platzkampf auszutragen, dass Fernando Alonso
genügend Platz hatte, an den Kampfhähnen
vorbeizuschießen und sich vom 7. Startplatz auf Position 3
vor schob.
Klien schuld an der Kollision mit
Räikkönen
Ein paar Kurven später krachte es das erste Mal, als
Christian Klien (Red-Bull-Ferrari) im Mittelsektor an Kimi
Räikkönen (McLaren-Mercedes) vorbeigehen wollte, dabei
aber etwas zu optimistisch war und den Finnen hinten hart traf.
Der "Iceman" flog daraufhin mit gebrochener
Radaufhängung von der Strecke, während Klien mehrere
Male zu Reparaturen an die Box kommen musste, im Rennen aber
keine Rolle mehr spielte und schlussendlich mit Hydraulikschaden
aufgeben musste.
Die beiden Ferraris kämpften sich nach den Strafversetzungen
in der Startaufstellung relativ schnell nach vorne. Michael
Schumacher war am Ende der ersten Runde bereits Neunter und
arbeitete sich mit zwei blitzsauberen Überholmanövern
an Villeneuve und Trulli im ersten Renndrittel vor bis auf den
fünften Platz, und auch Massa war in Runde 17 bereits
Siebter.
Fisichella kontrollierte das Rennen ganz geschickt
Die erste Phase der Boxenstopps brachte keine Veränderungen
in der Spitzengruppe: In der 18. Runde kam der Führende
Fisichella als erster zum Nachtanken. Alonso war einer der
spätesten Fahrer an der Box - er ließ sich bis zur 26.
Rennrunde Zeit. Zur Halbzeit des Rennens führte Fisichella
wieder vor Button und Alonso. Massa, der nur einmal an die Box
kam, war bis zu seinem Stopp in der 29. Runde Vierter vor
Montoya, Heidfeld und Michael Schumacher.
Beim zweiten Stopp kamen Fisichella und Button wieder deutlich
vor Alonso zum Nachtanken. Dadurch machte der Weltmeister
entscheidenden Boden gut. An seinen Teamkollegen kam er zwar
nicht heran, doch Button konnte er hinter sich halten und damit
Platz 2 erobern.
Gegen Rennhalbzeit legte Fisichella weiter zu,
vergrößerte den Vorsprung auf Button auf zehn Sekunden
und hatte auf Alonso schon 14 Sekunden Vorsprung, als er zum
zweiten und letzten Mal an die Box kommen musste. Durch die
frühen Stopps der beiden Führenden ging Alonso
kurzzeitig in Führung - und kam als Zweiter hinter
Fisichella, aber ein paar Sekunden vor Button wieder auf die
Strecke. Letzterer hatte zuvor etwas Zeit beim Überrunden
von Speed verloren.
Ferrari lotste Schumacher nicht an Massa vorbei
Indes fuhr vorne Fisichella seinen Sieg problemlos nach Hause,
obwohl Alonso kurz vor Schluss die schnellste Runde im Rennen
drehte - und hinter den beiden Renaults kam Button als Dritter
ins Ziel. Vierter wurde Montoya vor den beiden Ferraris, zwischen
denen es am Ende noch einmal spannend wurde: Nach Schumachers
letztem Boxenstopp kam der Deutsche hinter Massa auf die Strecke,
doch Ferrari verzichtete unter genauer Beobachtung der TV-Kameras
auf eine Stallorder. Villeneuve holte die beiden ersten WM-Punkte
für BMW und auch Ralf Schumacher gewann für Platz 8
einen Punkt für Toyota.
WM-Punktestand:
F.Alonso 18 - G.Fisichella 10 - K.Räikkönen 6 - J.P.
Montoya 9 - M. Schumacher 11 - Massa 4 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 1 - J.Button 11
ab zur Auswahl
Großer Preis von Australien in
Melbourne, 2. April 2006
Alonso gewinnt Chaos-Grand-Prix in Australien
Bei einem spannungsgeladenen Großen Preis von Australien
sicherte sich Fernando Alonso mit einem überlegenen Sieg vor
Räikkönen und Ralf Schumacher zehn weitere WM-Punkte.
Polesetter Jenson Button fiel wenige Meter vor der Ziellinie mit
einem Motorschaden aus, und auch für Michael Schumacher war
der dritte WM-Lauf 2006 eine Nullrunde.
Dramatik schon vor dem eigentlichen Start
Schon vor dem Start gab es in Melbourne die ersten
Zwischenfälle: Zuerst drehte sich Montoya in der
Einführungsrunde, dann gab es bei Fisichella Probleme, die
zu einem Startabbruch führten. Das Feld ging in eine zweite
Einführungsrunde, Fisichella musste dem Feld
hinterherfahren. Montoya hatte Glück im Unglück und
durfte auf seine Position zurück.
Beim eigentlichen Start dann ging es heiß her. Alonso zog
nach vorne, doch Button konnte den Renault-Piloten zunächst
noch hinter sich halten. Die beiden lieferten sich über
mehrere Kurven ein spannendes Duell und fuhren teilweise im
Parallelflug. In der dritten Kurve ging Alonso fast vorbei, doch
Button konnte kontern.
Dahinter jedoch Chaos pur - zwischen David Coulthard und Jarno
Trulli krachte es, und auch Felipe Massa, Christian Klien und
Nico Rosberg waren in einen Unfall verwickelt, der alle drei das
Rennen kostete. Die Unfälle in der Startphase riefen das
Safety Car auf den Plan - es sollte nicht das letzte Mal in
diesem Rennen bleiben.
Alonso überholte Button beim ersten Restart
Beim ersten fliegenden Start war Alonso vor der Startlinie
bereits in perfekter Überholposition und zog, sofort nachdem
das Überholverbot aufgehoben war, scheinbar mühelos an
Button vorbei. Danach konnte sich Alonso sofort absetzen und
innerhalb weniger Runden einen beachtlichen Vorsprung
herausfahren. Viel nützte ihm das jedoch nicht, denn bereits
in Runde acht verursachte der Ausfall von Christian Klien - ein
Folgeschaden der Startkollision - eine zweite Safety
Car-Phase.
Beim Restart machte Alonso wieder alles richtig und Button hatte
abermals Probleme, sei Auto rechtzeitig auf Touren zu bekommen.
Der Honda-Pilot ließ die Tür offen und Kimi
Räikkönen zog vorbei und wehrte einen Konter-Versuch
Buttons ab.
In der 18. Runde eröffnete Montoya die Boxenstopps, in den
Folgerunden kamen der Reihe nach Button, Ralf Schumacher,
Fisichella, Alonso und Räikkönen. Mark Webber
übernahm die vorläufige Führung bei seinem
Heimrennen und wurde vom Publikum gefeiert - allerdings nur zwei
Runden lang, dann rollte der Williams mit Getriebeschaden
aus.
Schumacher nach Fahrfehler mit schwerem Unfall
Probleme auch bei den Schumacher-Brüdern: zunächst
bekam Ralf eine Drive-Through-Penalty wegen
Geschwindigkeitsübertretung in der Boxegasse aufgebrummt,
dann traf es seinen Bruder noch härter: der Ferrari-Pilot
flog spektakulär ab und setzte sein Auto in die
Streckenbegrenzung. Ein Grund für Safety Car-Phase Nummer
3!
Während dieser kam Alonso in der 34. Runde zu seinem zweiten
Boxenstopp, und auch die meisten anderen Fahrer nutzten die Gunst
zum Reifenwechseln, Nachtanken und manchmal auch mehr. Bei
McLaren wechselte man die Nase an Räikkönens Wagen und
verursachte damit einen Stau, denn fast gleichzeitig kam auch
Montoya an die Box und musste erst einmal warten. Als das Safety
Car wieder von der Strecke ging, waren noch 20 Runden zu fahren
und Alonso führte vor Heidfeld, Räikkönen, Button,
Ralf Schumacher, Montoya und Fisichella.
Doch kaum war eine Runde gefahren, hatte das Safety Car einen
weiteren Auftritt. Der Grund war diesmal Antonio Liuzzi, dessen
Toro Rosso neben der Strecke stand. Durch das Chaos aus
Unfällen, Unterbrechungen und fliegenden Starts wurde Ralf
Schumacher bis auf Platz 3 zwischen den beiden McLaren nach vorne
gespült. Montoya machte von hinten Druck - etwas
übereifrig, denn an der selben Stelle wie Michael Schumacher
vor ihm kam auch er zu weit von der Strecke ab. Zwar schlug der
McLaren-Pilot nicht in die Wand ein, beschädigte sich sein
Auto aber ein den Curbs und rollte wenige Meter später
aus.
Fernando Alonso fuhr derweil einen ungefährdeten Sieg vor
Räikkönen und Ralf nach Hause. In der letzten Runde war
plötzlich starke Rauchentwicklung an Buttons Honda zu sehen
- ein kapitaler Motorschaden kündigte sich an. Knapp 50
Meter vor der Ziellinie bliebt der Brite stehen. Wie Nick Fry von
Honda nach dem Rennen erklärte, war es eine bewusste
Entscheidung des Teams, die Linie nicht zu überqueren, denn
sonst hätte man eine Strafe für den Motorwechsel
zwischen den Rennen aufgebrummt bekommen. So bleibt das Team
straffrei, und Button ohne Punkte.
Erster WM-Punkt für jungen Amerikaner Speed
WM-Zähler holten dagegen Nick Heidfeld als Vierter vor
Fisichella, Villeneuve, Barrichello und Scott Speed.
Im Fahrerklassement führt Alonso jetzt mit 28 Punkten vor
Fisichella und Räikkönen mit jeweils 14 Zählern.
Michael Schumacher und Button haben beide keine Punkte
dazubekommen, halten aber trotzdem gemeinsam Platz 4 mit jeweils
11 Punkten.
WM-Punktestand:
F.Alonso 28 - G.Fisichella 14 - K.Räikkönen 14 - J.P.
Montoya 9 - M. Schumacher 11 - Massa 4 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 7 - J.Button 11
ab zur Auswahl
Großer Preis von San Marino in
Imola, 23. April 2006
Schumacher gewinnt Gigantenduell gegen Alonso
Michael Schumacher hat das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Weltmeister
Fernando Alonso gewonnen und den Tifosi damit den erhofften
Heimsieg in Imola beschert.
Schumacher fuhr auf der letzten Rille, wehrte die Angriffe
Alonsos mit dem Mut der Verzweiflung ab und verwies den
Renault-Piloten schließlich mit einem Vorsprung von 2,0
Sekunden auf den zweiten Platz. "Das ist ein Traumergebnis
nach zwei schweren Rennen", meinte Schumacher
überglücklich. Man habe zuletzt einige Fehler gemacht,
doch jeder im Team hätte hart gearbeitet, sagte der
Ferrari-Star weiter.
"Das war kein einfaches Rennen, aber wir haben ganz klar
einen Schritt nach vorn gemacht", sagte Schumacher. Aus
diesem Grund sei der Sieg auch völlig verdient gewesen. Bis
auf ein paar kleinere Probleme im Mittelabschnitt sei der Ferrari
absolut konkurrenzfähig gewesen, so Schumacher weiter.
Für Michael Schumacher war es der 85. Grand-Prix-Sieg seiner
beispiellosen Karriere und bereits der insgesamt siebte in Imola.
Zudem hatte er am Samstag die historische 66. Pole Position
seiner Laufbahn erobert und damit dem legendären Brasilianer
Ayrton Senna den Weltrekord entrissen.
Den dritten Platz belegte der Kolumbianer Juan Pablo Montoya, der
so für einen Hoffnungsschimmer bei den
Mercedes-Silberpfeilen sorgte. Schumachers Teamkollege Filipe
Massa fuhr auf Rang vier, WM-Mitfavorit Kimi Räikkönen
kam in seinem McLaren-Mercedes nicht über Position fünf
hinaus.
Enttäuschender Nachmittag für übrige
Deutsche
Lange Gesichter gab es bei den anderen deutschen Rennfahrern:
Toyota-Pilot Ralf Schumacher, zuletzt in Australien
überraschender Dritter, enttäuschte als Neunter.
Neuling Nico Rosberg landete in seinem Williams-Cosworth auf Rang
elf, der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte
Mönchengladbacher Nick Heidfeld musste sich mit Platz 13
begnügen.
Schumacher verteidigte am Start seine Führung
Schon am Start deutete sich die erwartete Prozession auf dem
4,959 Kilometer langen Kurs - für Aufregung sorgte lediglich
Takuma Sato (Super-Aguri-Honda), der sich bereits auf der Fahrt
zum Grid drehte. Von der Linie kam Polesetter Schumacher am
besten weg, gefolgt von Jenson Button (Honda), Felipe Massa
(Ferrari) und Alonso, der einen Platz gegen Rubens Barrichello
(Honda) gutmachen konnte. Alonso hätte freilich noch viel
weiter nach vorne kommen können, fand aber auf den ersten
Metern keinen Weg an Massa und Barrichello vorbei und musste
daher seinen Geschwindigkeitsüberschuss aus der Hand geben.
Immerhin lief wider Erwarten alles glimpflich ab, obwohl es in
der ersten Kurve nur der Disziplin der 22 Fahrer zu verdanken
war, dass es nicht zur einen oder anderen Kollision oder
Berührung kam.
Spektakulärer Überschlag von Albers
Doch noch in der ersten Runde überschlug sich der
Niederländer Christijan Albers (Midland-Toyota) nach einer
spektakulären Karambolage mit dem Japaner Yuji Ide
(Super-Aguri-Honda) mehrfach. Albers verließ das Wrack aber
selbstständig und unverletzt.
Nach der Safety-Car-Phase baute Schumacher seine Führung
kontinuierlich aus und konnte sich zunächst auf seinen
Teamkollegen Felipe Massa verlassen. Der Brasilianer
betätigte sich lange erfolgreich als "Puffer"
gegen den an Position vier liegenden Alonso. Zum erbitterten
Zweikampf zwischen Schumacher und dem Titelverteidiger an der
Spitze des Feldes kam es nach den jeweils ersten Boxenstopps der
beiden WM-Anwärter. "Schumi" wehrte in der Folge
einige Überholmanöver Alonsos ab und blieb auch nach
dem zweiten Stopp mit einer halben Sekunde Vorsprung vorne.
In der Anfangsphase gab es anschließend keine
Überholmanöver mehr, doch in der 14. Runde wurde dem
Rennen wieder Leben eingehaucht, als Barrichello mit einem viel
zu langen Boxenstopp den Strategiepoker eröffnete. Eine
Runde später kam Teamkollege Button herein, in Runde 16 Ralf
Schumacher, in Runde 19 Felipe Massa, in Runde 20 Michael
Schumacher. Am längsten konnte Alonso von den Spitzenfahrern
draußen bleiben, der erst nach 25 Umläufen auftanken
musste.
Alonso gewann beim ersten Stopp zwei Positionen
Der Renault-Pilot schob sich dadurch an Button und Massa vorbei
und leitete das direkte Duell gegen Schumacher um den Sieg ein,
in dem er zunächst zwölf Sekunden Rückstand hatte.
Allerdings wurde der führende Ferrari gegen Rennmitte immer
langsamer, so dass der Weltmeister früh im Rückspiegel
Schumachers auftauchte und viel Druck machte. Dennoch reichte es
bis auf ein Ausscheren vor der Tosa-Kurve zu keinem echten
Angriff.
Während sich der Kampf um den Sieg immer mehr zuspitzte, tat
sich dahinter nur wenig: Montoya schob sich durch seine Strategie
Position um Position nach vorne, während die Hondas mit
ihren drei Stopps immer mehr nach hinten durchgereicht wurden.
Zwischendurch verabschiedeten sich dann auch die
Red-Bull-Ferraris von David Coulthard und Christian Klien aus dem
Rennen, die aber ohnehin keine Chance auf WM-Punkte gehabt
hätten.
Schrecksekunde bei Buttons zweitem Stopp
Button sorgte zwischendurch bei seinem zweiten Boxenstopp
für eine Schrecksekunde, als ihm zu früh das Signal zum
Wegfahren gegeben wurde und er daher einen Teil des
Tankrüssels mit sich riss. Der Honda-Pilot musste ein paar
Meter weiter stehen bleiben, konnte dann aber weiterfahren. Das
große Glück in jener Situation war, dass sich offenbar
kein Benzin mehr im Tankschlauch befand, denn ansonsten
hätte es zu einem gefährlichen Boxenfeuer kommen
können.
In der 40. Runde kamen die Verfolger durch den Zweikampf zwischen
Schumacher und Alonso wieder an die Spitze heran, hatten nur noch
13 Sekunden Rückstand - woraufhin Renault Alonso an die Box
beorderte, weil Schumacher zu jener Zeit aus unerklärlichen
Gründen um zwei Sekunden langsamer fuhr als sonst. Ferrari
reagierte strategisch perfekt, holte den Führenden nur eine
Runde nach Alonso ebenfalls herein und konnte so die
Spitzenposition knapp behaupten.
Auch Montoya durfte sich zu den Siegern der letzten Serie an
Boxenstopps zählen, denn der McLaren-Mercedes-Pilot schob
sich an Massa vorbei und lag damit auf Podestkurs, doch zu jenem
Zeitpunkt waren alle Augen nur noch auf die Spitze gerichtet:
Schumacher hatte Alonso permanent im Rückspiegel, behielt
aber die Nerven und konnte im letzten Stint auch wieder etwas
schneller fahren, so dass er eigentlich nie ernsthaft in Gefahr
geriet.
Diesmal kam Alonso nicht an Schumacher vorbei
Die Situation erinnerte sehr stark ans Vorjahr, als die
Positionen der beiden genau vertauscht waren, und genau wie 2005
wagte der Zweitplatzierte keinen einzigen echten Angriff. Alonso
bremste die Tosa-Kurve mehrfach zu spät an, kam in der
Villeneuve-Schikane einmal ein paar Meter von der Ideallinie ab
und steckte drei Runden vor Schluss endgültig auf, als er
knapp mehr als zwei Sekunden Rückstand hatte und kein Risiko
mehr eingehen wollte.
Schumacher fuhr damit einen besonders wertvollen Sieg ein, genoss
anschließend die Auslaufrunde so intensiv wie selten zuvor
und feierte auch bei der Siegerehrung mit einem schweren Stein
weniger am Herzen. Montoya sicherte sich Platz drei, während
Massa und Räikkönen bis zum Schluss nur durch wenige
Meter getrennt waren. Webber, Button und Giancarlo Fisichella
(Renault), der den längsten ersten Stint aller Piloten fuhr,
wurden ebenfalls mit WM-Punkten belohnt
WM-Punktestand:
F.Alonso 36 - G.Fisichella 15 - K.Räikkönen 18 - J.P.
Montoya 15 - M. Schumacher 21 - F.Massa 9 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 7 - J.Button 13 - R.Barrichello
2
ab zur Auswahl
Großer Preis von Europa auf dem
Nürburgring, 07. Mai 2006
Schumacher gewinnt Heimspiel auf dem
Nürburgring!
Unter dem Jubel der heimischen Fans gewann Ferrari-Pilot Michael
Schumacher souverän den Großen Preis von Europa auf
dem Nürburgring. Dem Deutschen geschlagen geben musste sich
Weltmeister Fernando Alonso, den Schumacher bei der zweiten Runde
an Boxenstopps hatte überholen können. Platz drei
sicherte sicherte sich erstmals in seiner Karriere Felipe Massa
im zweiten Ferrari.
Am Start verteidigte Alonso seine Pole Position souverän,
doch Schumacher, der von der schmutzigeren Fahrbahnseite
losfahren musste, kam von der Linie etwas schlechter weg und
hätte beinahe eine Position gegen Felipe Massa verloren.
Allerdings spielte der siebenfache Weltmeister seine Routine aus,
bremste extrem spät und zeigte somit seinem Teamkollegen,
wer bei Ferrari die Nummer eins ist und wer nicht.
In der engen ersten Kurve lief alles mehr oder weniger glatt ab,
sieht man einmal von einem Gerangel zwischen Vitantonio Liuzzi
(Toro-Rosso-Cosworth), David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) und
Ralf Schumacher (Toyota) ab: "Schumi II" konnte
weiterfahren, doch die beiden Red-Bull-Autos wurden im Bereich
der Nase beschädigt. Coulthard rettete sich erst an die Box,
blieb aber etwas später stehen, Liuzzi drehte sich jedoch
auf dem Weg dorthin unglücklich und löste so eine kurze
Safety-Car-Phase aus.
Hinter dem Spitzentrio lag zu jenem Zeitpunkt Jenson Button vor
Kimi Räikkönen, Jarno Trulli (Toyota), dem schlecht
gestarteten Rubens Barrichello (Honda) und Jacques Villeneuve
(BMW Sauber F1 Team). Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) war
anfangs Neunter vor Giancarlo Fisichella und Juan-Pablo Montoya,
während Mark Webber (Williams-Cosworth) nach einem
Superstart schon auf Rang 13 aufschien.
Am Ende der vierten Runde bremsten sich binnen weniger Sekunden
Räikkönen an Button und Montoya an Fisichella vorbei,
während auch Nico Rosberg (Williams-Cosworth) vom letzten
Startplatz aus durch das Feld pflügte und erst an 16.
Position liegend von Scott Speed (Toro-Rosso-Cosworth) in seinem
Vorwärtsdrang gebremst wurde. Der Deutsche hatte jedoch von
allen Fahrern am meisten Benzin an Bord und musste deshalb kein
unnötiges Risiko eingehen.
An der Spitze setzten sich Alonso, Schumacher und Massa leicht
von den Verfolgern ab, dahinter konnte auch Button nicht ganz das
Tempo von Räikkönen gehen. Zu tatsächlichen
Zweikämpfen auf der Strecke kam es aber nicht, sondern die
Stars gaben sich durch die Bank damit zufrieden, die ersten
Boxenstopps abzuwarten. In genau dieser Phase musste
außerdem Webber nach einem Ausritt in der Mercedes-Arena
mit Verdacht auf ein technisches Problem aussteigen.
Alonso eine Runde früher als Schumacher an der
Box
In Runde 16 fuhren sowohl Alonso als auch Schumacher eine
identische Rundenzeit von 1:33.2, ehe Alonso einen Umlauf
später - gleichzeitig mit Massa - zu seinem ersten Stopp an
die Box kommen musste. Schumacher, dessen Tankfüllung wohl
noch die eine oder andere Runde mehr erlaubt hätte, blieb
einen Umlauf länger draußen, konnte daraus
zunächst aber keinen Nutzen ziehen. Die Führung erbte
dadurch Räikkönen, der seinen "Silberpfeil"
erst in Runde 23 auftanken lassen musste, aber ebenfalls keine
Position gutmachen konnte.
Die Entscheidung beim zweiten Stop:
In der 38. Runde ging es dann in die Entscheidung: Erst bog
Alonso zu seinem zweiten Stopp ab, dann drehte der nunmehr
führende Schumacher zwei schnellste Runden - und weil der
Lokalmatador dank des beim ersten Stopp noch nicht ganz leeren
Tanks drei Runden länger draußen bleiben konnte als
sein Rivale im Fight um den Sieg, führte der
Ferrari-Kommandostand quasi in der Boxengasse relativ komfortabel
- sogar um etwas mehr als sechs Sekunden - mittels einer
taktischen Finte die Entscheidung herbei.
Nur 1,1 Sekunden zwischen dem Zweiten und Vierten
Unmittelbar dahinter konnte Räikkönen aus seinem
späten Stopp gegenüber Massa wieder keinen Nutzen
ziehen, auch wenn Alonso, Massa und Räikkönen auf der
Ziellinie nur durch 1,1 Sekunden getrennt waren.
Während vorne die Positionen bezogen waren, lieferten sich
Barrichello, Ralf Schumacher, Fisichella, Rosberg und Montoya
einen Fünfkampf um vier Punkteränge, in dem es jedoch
zu keinen Verschiebungen durch echte Zweikämpfe kam.
Stattdessen mischte sich der Defektteufel ein: Praktisch
zeitgleich mussten Schumacher mit kaputtem Toyota-Motor aufgeben
und Montoya mit technischen Problemen stehen bleiben. Dadurch
rutschte Villeneuve als Achter noch in die Punkte.
Nur 13 von 22 Autos im Ziel
Weil auch die beiden Super-Aguri-Hondas -
Grand-Prix-Debütant Franck Montagny schlug sich tapfer, lag
aber stets hinter seinem Teamkollegen Takuma Sato - ausfielen,
sahen am Nürburgring nur 13 von 22 gestarteten Autos die
Zielflagge. Umso enttäuschender das Abschneiden von Jarno
Trulli (Toyota) und Heidfeld, die die Positionen neun und zehn
belegten. Dahinter wurden noch Scott Speed (Toro-Rosso-Cosworth),
Tiago Monteiro und Christijan Albers (beide MF1-Toyota)
gewertet.
In der Fahrer-WM setzen sich Alonso (44) und Schumacher (31)
schön langsam ein wenig von den Verfolgern ab - nur
Räikkönen (23) und Fisichella (18) liegen noch
einigermaßen in hoffnungsvoller Lauerstellung. Auch bei den
Konstrukteuren gab es ganz vorne keine Verschiebungen, obwohl
Ferrari (46) den Abstand zu Renault (62) verkürzen konnte.
Viel wichtiger ist aber: Die Roten scheinen nun tatsächlich
überall siegfähig zu sein...
WM-Punktestand:
F.Alonso 44 - G.Fisichella 18 - K.Räikkönen 23 - J.P.
Montoya 15 - M. Schumacher 31 - F.Massa 15 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 7 - J.Button 13 - R.Barrichello 6 -
N.Heidfeld 5
ab zur Auswahl
Großer Preis von Spanien in
Barcelona, 14. Mai 2006
Spanien steht Kopf: Alonso gewinnt in Barcelona!
Vor dem Start war klar, dass es aus Sicht von Schumacher wichtig
sein würde, an Fisichella vorbeizukommen, doch die beiden
Renaults beschleunigten perfekt und ließen ihm keine
Chance. Stattdessen kam Felipe Massa im zweiten Ferrari so gut
weg, dass er hundert Meter vor der ersten Kurve fast auf gleicher
Höhe mit Schumacher war, allerdings verzichtete er darauf,
eine waghalsige Attacke zu lancieren, schirmte Schumacher
stattdessen nach hinten ab.
Kimi Räikkönen kam nach einem Superstart als
Fünfter aus der ersten Runde zurück, gefolgt von Rubens
Barrichello, Jenson Button, Jarno Trulli, Ralf Schumacher, Nick
Heidfeld, Juan-Pablo Montoya.
Fisichella als unauffälliger Puffer für
Alonso
An der Spitze spielte Renault die Taktik mit Fisichella als
Puffer zwischen Alonso und Schumacher optimal aus, ohne jemals in
den unfairen Bereich zu gehen, so dass die beiden
Siegesanwärter nach 13 Runden schon um zehn Sekunden
voneinander getrennt waren. Überhaupt setzten sich die
Renaults und Ferraris vom Rest des Feldes ab -
Räikkönen konnte den Anschluss nicht halten.
In der 16. Runde erreichten die Ereignisse dann ihren ersten
Höhepunkt, als Ferrari zunächst einen Boxenstopp
vortäuschte, um die Konkurrenz zu irritieren, und Ralf
Schumacher fast zeitgleich bei einem viel zu optimistischen
Überholversuch gegen seinen Teamkollegen Trulli die Nase
verlor. Der Deutsche kam zur Reparatur an die Box, spielte in der
Folge aber keine Rolle mehr und musste einige Runden später
ganz aufgeben.
Schumacher vorbei an Fisichella beim ersten Stopp
Alonso kam in der 17. Runde zu seinem ersten Boxenstopp, stand
8,5 Sekunden still und kam vor Räikkönen als Vierter
wieder auf die Strecke zurück. Einen Umlauf später
holte sich auch Fisichella neue Reifen und Benzin ab - und wieder
eine Runde später kam das Aus für Montoya: Der
Kolumbianer in der zweiten Kurve sein Heck. Dabei landete er so
ungünstig im Kiesbett, dass er nicht mehr weiterfahren
konnte.
Die damit einhergehenden gelben Flaggen kamen für den zu
jenem Zeitpunkt vorübergehend führenden Schumacher
natürlich ungünstig, denn so konnte er seinen
Rückstand mit fast leerem Tank nicht wirklich verringern.
Ungeachtet dessen gelang es ihm, nach seinem Boxenstopp in der
23. Runde vor Fisichella wieder auf die Strecke zu kommen.
Allerdings betrug sein Rückstand auf den führenden
Alonso unverändert mehr als zehn Sekunden.
Ausritt von Fisichella blieb ohne Folgen
Fisichella wurde in jener Phase angewiesen, Schumacher von hinten
unter Druck zu setzen, kam dabei aber kurz von der Strecke ab und
musste sich von jenem Zeitpunkt an eher gegen den hinter ihm
liegenden Massa verteidigen. Noch im Zuge der ersten Boxenstopps
schob sich Button an Barrichello vorbei, während Heidfeld
dank eines langen ersten Stints den achten Platz einnahm und nach
hinten absicherte.
In der 29. Runde lag Alonso damit vor Schumacher, Fisichella,
Massa, Räikkönen, Button, Barrichello und Heidfeld in
den Punkterängen - und daran sollte sich bis zum Schluss
auch nichts mehr ändern. Pech hatte Trulli, dessen Toyota
nach der Kollision mit Ralf Schumacher nie mehr so schnell war
wie davor und daher Position für Position nach hinten
durchgereicht wurde, während sich Villeneuve im Gegensatz
dazu als einziger Einstopper auf Rang zwölf nach vorne
arbeitete.
Alonso und Fisichella kamen in Runde 41 beziehungsweise 42 zum
jeweils zweiten Mal an die Box, wobei Alonso einen brandneuen
Satz Michelins aufziehen ließ und dadurch trotz seines
schwereren Autos zunächst fast dieselben Rundenzeiten fahren
konnte wie der wieder vorübergehend führende
Schumacher. Letzterer stand in der 46. Runde 7,2 Sekunden an der
Box und kam als Zweiter mit zwölf Sekunden Rückstand
wieder auf die Strecke zurück - womit die Entscheidung
endgültig gefallen war.
In der Weltmeisterschaft verändert das Resultat von
Barcelona nicht allzu viel, sieht man einmal davon ab, dass
Alonso seinen Vorsprung auf Schumacher wieder auf 15 Punkte
ausbauen konnte - womit er auch nach dem nächsten Rennen in
Monaco definitiv in Führung liegen wird. Dritter ist nun
Räikkönen, Vierter Fisichella und Fünfter Massa.
Bei den Konstrukteuren führt Renault (78) weiterhin vor
Ferrari (59) und McLaren-Mercedes (42).
Abgesehen davon scheint sich nach den knappen Abständen der
ersten Rennen langsam eine Zweiklassengesellschaft in der Formel
1 abzuzeichnen, denn Renault und Ferrari fuhren heute in ihrer
eigenen Liga, während McLaren-Mercedes und Honda mehr und
mehr den Anschluss zur Spitze verlieren. Im Mittelfeld gab es -
bei positiven Tendenzen für Toyota - keine wesentlichen
Verschiebungen. Große Enttäuschung jedoch:
Red-Bull-Ferrari gehört momentan nicht mehr in die Top
10.
WM-Punktestand:
F.Alonso 54 - G.Fisichella 24 - K.Räikkönen 27 - J.P.
Montoya 15 - M. Schumacher 39 - F.Massa 20 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 7 - J.Button 16 - R.Barrichello 8 -
N.Heidfeld 6
ab zur Auswahl
Großer Preis von Monaco in
Monte Carlo, 28. Mai 2006
Fernando Alonso siegt im Fürstentum
Mit einem Sieg beim Großen Preis von Monaco ist Fernando
Alonso seinem zweiten Weltmeistertitel ein ganzes Stück
näher gekommen. Der Spanier überquerte als erster vor
Juan Pablo Montoya und "Superman" David Coulthard die
Ziellinie. Michael Schumacher, wegen einer Strafe von Platz 22
gestartet, holte sich mit einem fünften Platz immerhin drei
Zähler, liegt jetzt aber schon 21 Punkte hinter Alonso. Kimi
Räikkönen, der ebenfalls klare Siegchancen hatte, fiel
mit einem Motorschaden aus.
Vor dem Start drehte sich zunächst noch alles um den Skandal
um Michael Schumacher, der im Top-10-Finale am Samstag laut FIA
absichtlich die Strecke blockiert hatte und deshalb in der
Startaufstellung ganz nach hinten versetzt wurde. Der
Ferrari-Pilot äußerte sich vor dem Rennen nicht mehr
zu dem Zwischenfall, entschied sich aber dafür, aus der
Boxengasse loszufahren, um mit einem schweren Auto seine
Aufholjagd beginnen zu können.
Alonso wieder mit dem besten Start
Auch, wenn insgesamt sechs Autos das Rennen nicht beenden konnten
(darunter die beiden Williams-Piloten Nico Rosberg und Mark
Webber, wobei letzterer klar auf Podestkurs war), war das Rennen
nicht sonderlich ereignisreich. Beim Start blieb Alonso klar
vorne, nach wenigen Minuten überholte Kimi
Räikkönen bereits den bis dahin auf Position zwei
liegenden Mark Webber. Lediglich die beiden Midland-Piloten
sorgten kurz für Aufsehen, als Christijan Albers seinen
Teamkollegen Tiago Monteiro fast in die Wand drängte und
für den Verlust des Frontflügels des Portugiesen
sorgte.
Räikkönen wieder einmal Pechvogel des
Rennens
Danach sorgte allein die Spitze für etwas Spannung, als
Räikkönen auf Alonso aufholte und den Spanier etwas
unter Druck setzte, allerdings nie in eine Position kam, in der
er seinen größten Widersacher aus dem letzten Jahr
unter Druck zu setzen. Auch die Boxenstops halfen dem Finnen
nicht, letztendlich fiel er sogar wegen eines technischen Defekts
aus - danach war Alonsos Sieg nicht mehr in Gefahr.
Schumacher mit schnellster Runde im Rennen
Michael Schumacher konnte vor allem durch die Safety-Car-Phase
profitieren, die der Ausfall Mark Webbers herbeiführte.
Während viele Piloten stoppten, konnte der Ferrari-Fahrer
aufgrund seiner Ein-Stop-Strategie viele Positionen aufholen.
Zumindest einen Punkt schien der Kerpener sicher zu haben, als
auch noch weitere Piloten (namentlich Räikkönen,
Rosberg und Trulli) ausfielen und ihm weitere Positionen
bescherten. Zum Schluss setzte Schumacher noch seinen ehemaligen
Teamkollegen Rubens Barrichello unter Druck, der Honda-Pilot
konnte den Ex-Weltmeister aber hinter sich halten. Von den
Ausfällen profitierten auch Nick Heidfeld und Ralf
Schumacher, die als Siebt- und Achtplatzierte ebenfalls punkten
konnten.
Für Aufsehen sorgte im Laufe des Rennens auch der
Renault-Pilot Giancarlo Fisichella, der innerhalb weniger Runden
gleich zwei Fahrer (David Coulthard und Jacques Villeneuve)
überholen konnte - obwohl Überholmanöver im
Fürstentum eigentlich praktisch unmöglich sind. Zu mehr
als einem sechsten Platz hat es für den Römer aber
letztendlich nicht gereicht. Nach sieben Rennen der Saison 2006
ist also klar, dass unter normalen Umständen nur Michael
Schumacher Alonso seinen zweiten WM-Titel streitig machen kann.
Alonso führt in der Weltmeisterschaft mit 64 Punkten vor
Schumacher mit 43 Zählern, Fisichella und
Räikkönen haben jeweils 27 Punkte.
WM-Punktestand:
F.Alonso 64 - G.Fisichella 27 - K.Räikkönen 27 - J.P.
Montoya 23 - M. Schumacher 43 - F.Massa 20 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 8 - J.Button 16 - R.Barrichello 13 -
N.Heidfeld 8
ab zur Auswahl
Großer Preis von
Großbritannien in Silverstone, 11. Juni
2006
Alonso feiert souveränen Sieg in Silverstone
Fernando Alonso fuhr beim Großen Preis von
Großbritannien einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg
nach Hause und baute damit seinen Vorsprung im WM-Klassement auf
23 Punkte aus. Michael Schumacher konnte nur noch
Schadensbegrenzung betreiben und sicherte sich Platz 2 vor
Räikkönen und Fisichella. Ralf Schumacher nützte
seine gute Startposition nichts - er fiel in der ersten Runde
nach einer Kollision aus.
Ralf Schumacher schon in Becketts aus dem Rennen
Der Vorteil, den Großen Preis von Silverstone im Juni
abzuhalten, war offensichtlich: die üblichen Wetterkapriolen
blieben aus. Am Rennsonntag zeigte sich das Wetter von seiner
schönsten Seite: warm und sonnig, ohne auch nur eine einzige
Regenwolke in Sicht. Ebenso geradlinig wie das Wetter entwickelte
sich auch der Rennverlauf. Beim Start scherbelte es zwischen
Scott Speed, Ralf Schumacher und Mark Webber heftig. Speed
drängte Schumacher von der Strecke, der wiederum
kollidierte, als er zurückkam, mit dem Williams-Piloten.
Für alle drei Fahrer war das Rennen beendet, das Safety Car
kam auf die Strecke, der Vorfall wir noch von den Stewards
untersucht. Das sollte aber auch der einzige nennenswerte
Zwischenfall bleiben, ansonsten verlief das Rennen weitestgehend
frei von Überraschungen.
Alonso konnte seine Pole-Position scheinbar mühelos in eine
Führung umwandeln, und auch beim fliegenden Start nach dem
Ende der Safety-Car-Phase in Runde 3 hatte der
Renault-Überflieger die Nase vorn. Hinter ihm behakten sich
Räikkönen und Schumacher, aber obwohl es zwischen den
beiden Kampfhähnen sehr eng wurde, änderte sich an den
Positionen aus der Startaufstellung im Spitzenfeld zunächst
nichts.
Alonso führte in der Anfangsphase des Rennens vor
Räikkönen, Schumacher, Massa, Fisichella, Heidfeld,
Montoya und Barrichello. Jenson Button startete eine rasante
Aufholjagd von Platz 19 aus, musste aber schon bald mit einem
kapitalen Motorschaden kapitulieren. - Ein enttäuschendes
Heimrennen für den Honda-Piloten!
Zwischen Alonso, Räikkönen und Schumacher ging es
anfangs heiß her, doch das gesamte Feld zog sich im Laufe
des Rennens immer weiter auseinander. In der zehnten Runde hatte
Alonso bereits 1,4 Sekunden Vorsprung, die er bis zu seinem
Boxenstopp noch einmal verdoppeln konnte. Eröffnet wurden
die Stopps in Runde 17 von Jarno Trulli (Toyota), in der 18.
folgte Schumacher, in der 19. Räikkönen und Massa.
Alonso musste erst im 22. Umlauf nachtanken.
Durch den langen ersten Stint war die Entscheidung um den Sieg
praktisch schon gefallen, denn der amtierende Weltmeister kam
nach 8,0 Sekunden Standzeit mit 10,7 Sekunden Vorsprung auf
Räikkönen wieder auf die Strecke. Schumacher lag
unverändert an dritter Position, doch Fisichella konnte sich
an Massa vorbei auf Platz vier nach vorne schieben. Ansonsten
blieb die Reihung jedoch über weite Strecken hinweg eher
statisch.
Heidfeld mit starker Leistung in den Punkten
Eine solide Leistung lieferte Heidfeld ab, der durch die
Boxenstopps der Konkurrenz kurzfristig sogar als Zweiter
geführt wurde, nach dem Nachtanken aber wegen eines
fehlenden ersten Ganges jeweils Probleme beim Anfahren hatte. So
blieb unter anderem Montoya vor ihm - die beiden kamen auf den
Positionen sechs und sieben ins Ziel. Dafür gewann Jacques
Villeneuve für das BMW Sauber F1 Team beim letzten Stopp den
achten Platz gegen Nico Rosberg (Williams-Cosworth
Alonso baute seinen Vorsprung im zweiten Renndrittel bis auf 12
Sekunden aus, während Schumacher und Räikkönen
nach wie vor dicht hintereinander fuhren. - Ein Umstand, der
Räikkönen zum Verhängnis wurde, denn während
er (eine Runde nach Schumacher) zum zweiten Mal in der Box war,
schlüpfte Schumacher durch und eroberte damit Platz 2. Auch
Fisichella wäre durch seinen zweiten Stopp beinah an
Räikkönen vorbeigekommen, aber am Ende hatte der Finne
hauchdünn die Nase vorn.
An diesem Klassement änderte sich bis zur Zielüberfahrt
nichts: Alonso holte sich seinen fünften Saisonsieg,
Schumacher und Räikkönen blieben nur die Plätze 2
und 3. Fisichella verpasste das Podium als Vierter ganz knapp;
Massa wurde Vierter vor Montoya. Dahinter holten beide
BMW-Piloten Punkte für ihr Team: Heidfeld auf Platz 7,
Villeneuve als Achter.
WM-Punktestand:
F.Alonso 74 - G.Fisichella 32 - K.Räikkönen 33 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 51 - F.Massa 24 -
J.Trulli 0 - R. Schumacher 8 - J.Button 16 - R.Barrichello 13 -
N.Heidfeld 10
ab zur Auswahl
Großer Preis von Kanada in
Montreal, 25. Juni 2006
Alonso siegt souverän vor Schumacher
Alonso und Fisichella waren mit einer Doppelpole für Renault
unter besten Voraussetzungen in das Rennen gestartet, mit einem
Frühstart machte sich Fisichella die gute Ausgangsposition
schon vor der ersten Kurve zunichte. Als der Römer seinen
kleinen Vorteil bemerkte, hielt er wieder an und musste so
Räikkönen an sich vorbeiziehen lassen. Später
wurde Fisichella noch mit einer Durchfahrtstrafe für das
frühe Anfahren bestraft, sein vierter Platz unterstreicht
aber trotzdem die starke Form Renaults.
Kimi Räikkönen konnte sich somit mit seinem dritten
Platz für McLaren zurückmelden - zuletzt lag das
britische Team immer klar hinter Renault und Ferrari, Michael
Schumacher hatte aber heute lange Zeit gegen den Finnen keine
Chance. Lediglich ein Fehler Räikkönens in der
vorletzten Runde brachte dem Kerpener seinen zweiten Platz
ein.
Juan Pablo Montoya empfahl sich hingegen nicht für das
zweite Cockpit des Teams im kommenden Jahr: Der Kolumbianer trug
zumindest eine Mitschuld an einem Unfall mit Nico Rosberg, der
den Williams-Piloten ins Aus beförderte, überholte dann
auch noch in einer Gelbphase, was ihm eine Zeitstrafe einbrachte
und beschädigte das Auto kurz darauf in der letzten Kurve
der Strecke, so dass er den McLaren abstellen musste.
Überhaupt hatten heute viele Fahrer mit fehlendem Grip
abseits der Ideallinie zu kämpfen. Räikkönen
rutschte in der letzten Kurve aus, auch Alonso und Schumacher
mussten einige Male an einigen Stellen "abkürzen".
Ralf Schumacher schien die Haarnadelkurve besonders zu
mögen, der Kerpener drehte sich gleich mehrere Male von der
Strecke. Lokalmatador Jacques Villeneuve flog bei einem
versuchten Überrundungsmanöver gegen Ralf Schumacher
auf Punktekurs liegend ab, die Midland-Piloten Monteiro und
Albers rammten sich gleich gegenseitig von der Strecke, wobei der
Portugiese mit einigen Runden Rückstand weiterfahren
konnte.
Freuen darf sich hingegen David Coulthard, der nach einer starken
Leistung wieder einen Punkt für Red Bull holen durfte - und
sich somit erneut für die nächste Saison empfiehlt.
Auch Jarno Trulli konnte sich endlich wieder einmal über
einige Punkte für Toyota freuen, während sein
Teamkollege Ralf Schumacher nach einem Rennen zum Vergessen leer
ausgeht. Der undankbare neunte Rang geht dieses Mal an Jenson
Button - nach einem respektablen Rennen geht Button nach diesem
Rennen leer aus, durch einen Ausfall Barrichellos holt Honda in
Kanada keine Punkte.
WM-Punktestand:
F.Alonso 84 - G.Fisichella 37 - K.Räikkönen 39 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 59 - F.Massa 28 -
J.Trulli 3 - R. Schumacher 8 - J.Button 16 - R.Barrichello 13 -
N.Heidfeld 12
ab zur Auswahl
Großer Preis der USA in
Indianapolis, 02. Juli 2006
Lupenreiner Ferrari-Doppelsieg in Indianapolis
Den Start entschied zunächst Felipe Massa vom zweiten Platz
aus von sich, denn der Teamkollege des mehrfachen
Ferrari-Weltmeisters stach als Erster in die erste Kurve. Von
hinten wäre beinahe sogar noch Fernando Alonso an Schumacher
vorbeigegangen, doch der amtierende Champion musste nach einem
sehenswerten Rad-an-Rad-Fight zurückstecken und sich
zunächst mit Rang drei vor seinem Teamkollegen Giancarlo
Fisichella abfinden. Rubens Barrichello (Honda) folgte als
Fünfter.
Jacques Villeneuve (BMW Sauber F1 Team), Ralf Schumacher (Toyota)
und Nico Rosberg (Williams-Cosworth), der einen Raketenstart
erwischte und in der ersten Kurve das nötige Glück
hatte, kamen auf den Positionen sechs bis acht aus der ersten
Runde zurück. Insgesamt überstanden die ersten 4,192
Kilometer nur 15 Piloten, denn gleich auf den ersten hundert
Metern gab es zwei voneinander unabhängige Karambolagen in
den ersten beiden Kurven.
Montoya schob Räikkönen von hinten an
Der vordere Crash wurde am ehesten von Juan-Pablo Montoya
ausgelöst, der seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen
beim Einlenken in Kurve zwei leicht anschubste und damit eine
Kettenreaktion auslöste, bei der unter anderem Nick Heidfeld
(BMW Sauber F1 Team) in einen Überschlag geschickt wurde.
Der Deutsche hatte aber mehrere Schutzengel und entstieg
unverletzt dem zerstörten Auto.
Weiter hinten wurde die erste Kurve ebenfalls für einige
Piloten zu eng: Christian Klien (Red-Bull-Ferrari) dürfte
nach mäßigem Start und einer Feinberührung quer
ins Rutschen gekommen sein, womit er ebenfalls eine
Kettenreaktion auslöste. Damit waren nach zwei Crashes
Räikkönen, Montoya, Heidfeld, Mark Webber
(Williams-Cosworth), Lokalmatador Scott Speed
(Toro-Rosso-Cosworth), Franck Montagny (Super-Aguri-Honda) und
eben Klien eliminiert.
Naturgemäß musste das Safety-Car auf die Strecke
geschickt werden. In der neutralisierten Phase stellte dann auch
noch Jenson Button (Honda) sein Auto an der Box ab, und beim
Restart dürften sich Tiago Monteiro (MF1-Toyota) und Takuma
Sato (Super-Aguri-Honda) in die Haare geraten sein, die daraufhin
ihren Arbeitstag ebenfalls beenden mussten.
Fisichella durfte Alonso in Runde 15 überholen
Vorne zogen die beiden Ferraris gleich auf und davon,
während Fisichella in der 15. Runde nach mehreren
erfolglosen Versuchen endlich an Alonso, dessen Balance und
Motorleistung nicht ideal waren, vorbeiging und sich von seinem
Teamkollegen rasch absetzen konnte.
Praktisch zeitgleich kam in Runde 24 Barrichello als Erster an
der Box, während die Ferraris im 29. (Schumacher)
beziehungsweise 30. (Massa) Umlauf nachtanken und Reifen wechseln
ließen.
Massa hatte seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf 1,5 Sekunden
ausgebaut, dennoch konnte er beim ersten Stopp seine Führung
nicht verteidigen. Durch die Stopps der Renaults wurde dann
Trulli zwischenzeitlich auf Rang drei gespült, denn der
Italiener setzte gemeinsam mit David Coulthard
(Red-Bull-Ferrari), Vitantonio Liuzzi (Toro-Rosso-Cosworth) und
Rosberg auf eine Einstoppstrategie, während alle anderen
zweimal regulär an die Box kamen.
Liuzzi mit erstem Punkt für die Scuderia Toro
Rosso
Apropos Coulthard, Liuzzi und Rosberg: Das Trio lieferte sich
einen spannenden Fight, wobei Rosberg durch seinen Stopp hinter
Coulthard zurückfiel. Glück hatte wiederum Vitantonio
Liuzzi, der Rosberg gegen Rennende mit einem starken Manöver
überholt hatte: Der Italiener holte den ersten WM-Punkt
für die Scuderia Toro Rosso überhaupt.
Vorne ließ sich Schumacher die Butter in einer
ereignislosen zweiten Rennhälfte nicht mehr vom Brot nehmen,
kam vor Massa, Fisichella, Trulli, Alonso, Barrichello,
Coulthard, Liuzzi und Rosberg ins Ziel. Insgesamt wurden nur neun
von 22 gestarteten Fahrzeugen gewertet, womit acht von neun
Piloten für ihre Zuverlässigkeit mit Zählbarem
belohnt wurden. Damit war Indianapolis der bisher
ausfallsreichste Grand Prix der Saison.
Auch in der Weltmeisterschaft bewegte sich heute einiges:
Schumacher hat seinen Rückstand auf Alonso auf 19 Punkte
reduziert, womit Alonso jedoch bei acht verbleibenden Rennen nach
wie vor lauter zweite Plätze in jedem Fall zum WM-Titel
reichen würden. In der Konstrukteurswertung hat Ferrari den
Abstand zu Renault verringert, der Stand ist nun 105:131 gegen
die Italiener. Auf Platz drei liegen trotz des Doppelausfalls in
den USA die "Silberpfeile" mit 65 Zählern.
WM-Punktestand:
F.Alonso 88 - G.Fisichella 43 - K.Räikkönen 39 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 69 - F.Massa 36 -
J.Trulli 8 - R. Schumacher 8 - J.Button 16 - R.Barrichello 16 -
N.Heidfeld 12
ab zur Auswahl
Großer Preis von Frankreich in
Magny-Cours, 16. Juli.2006
Souveräner Sieg für Schumacher in
Magny-Cours
Beim Start konnten sich sowohl Schumacher als auch sein
Teamkollege Felipe Massa vor Fernando Alonso, der als Dritter ins
Rennen ging, halten. Zu Beginn setzte der Renault-Pilot Massa
zwar stark unter Druck, letztendlich konnte sich der Brasilianer
aber vor Alonso halten. Auch sonst verlief der Start relativ
unspektatkulär, lediglich einige Piloten, die
ungewöhnlich weit hinten starten mussten (namentlich
Villeneuve, Liuzzi und Rosberg) konnten einige Plätze gut
machen.
Schumacher baute Vorsprung kontinuierlich auf
Wieder einmal wurde das Rennen durch die Strategie entschieden.
Während Michael Schumacher vorne das Tempo angab, lag Massa
schnell einige Sekunden hinter dem Ex-Weltmeister und hielt den
Verfolger Alonso somit auf Distanz. Beide Ferrari-Piloten waren
auf einer Drei-Stop-Strategie und konnten bei den beiden ersten
Boxenstops problemlos vor Fernando Alonso bleiben. Lediglich
zwischen dem jeweils zweiten Stop Schumachers und Alonsos steckte
der Kerpener einige Runden hinter dem Weltmeister fest, konnte
nach dessen Stop aber wieder so starke Rundenzeiten hinlegen,
dass auch sein dritter Stop die Führung nicht
gefährdete.
Felipe Massa konnte sein Rennen hingegen nicht ganz so gut
einteilen und fiel nach seinem dritten Stop hinter Alonso
zurück. Angesichts des weiterhin recht großen
Vorsprungs in der Weltmeisterschaft für Alonso dürfte
dies die Freude über den Schumacher-Sieg bei Ferrari etwas
geschmält haben, immerhin konnte Schumacher so bei diesem
Rennen nur zwei Punkte auf Alonso aufholen.
Ausfälle gab es im Rennen recht wenige. Der Super Aguri von
Takuma Sato streikte bereits vor der Einführungsrunde und
blieb kurz nach dem Start vollends stehen. Tiago Monteiro
leistete sich einen Abflug über die Randsteine und
beschädigte seinen Midland so stark, dass er nicht mehr
weiterfahren konnte. Jarno Trulli schied ebenso wie Jenson Button
mit einem technischen Defekt aus, Mark Webber konnte nach einem
Reifenplatzer zwar zunächst weiterfahren, parkte seinen
Williams letztendlich aber doch in der Garage.
Erfreulich verlief das Rennen für Ralf Schumacher, der trotz
eines verpatzten Boxenstops immerhin Vierter werden konnte, und
Nick Heidfeld, der für BMW Sauber wieder einmal einen Punkt
holte. Der vierte Deutsche im Feld, Nico Rosberg, konnte sich
nach seiner Rückversetzung in der Startaufstellung wegen
eines Motorwechsels nicht wirklich durch das Feld nach vorne
arbeiten - der Williams-Pilot holte lediglich Platz 14. Der
Monotoya-Ersatzmann Pedro de la Rosa konnte mit seinem
diesjährigen Grand-Prix-Debüt wiederum zufrieden sein:
Als Siebter holte der Spanier zwei Punkte und lag nur zwei
Plätze hinter seinem Teamkollegen Kimi
Räikkönen.
WM-Punktestand:
F.Alonso 96 - G.Fisichella 46 - K.Räikkönen 43 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 79 - F.Massa 42 -
J.Trulli 8 - R. Schumacher 13 - J.Button 16 - R.Barrichello 16 -
N.Heidfeld - 13
ab zur Auswahl
Großer Preis von Deutschland in
Hockenheim, 30. Juli 2006
Überlegener Ferrari-Doppelsieg in Hockenheim
Ferrari feierte bei sonnigen Bedingungen und bis zu 33 Grad Hitze
einen überlegenen Doppelsieg in Hockenheim. Dritter wurde
trotz eines verpatzten ersten Boxenstopps Kimi
Räikkönen auf McLaren-Mercedes.
Der Start verlief erstaunlich reibungslos, 21 Autos
schlängelten sich unfallfrei durch die enge erste Kurve -
nur Sakon Yamamoto (Super-Aguri-Honda) kam aus der Boxengasse mit
dem neuen SA06-Chassis nicht vom Fleck. Räikkönen
münzte an der Spitze seine Pole Position ungefährdet in
die Führung um, hatte hinter sich Michael Schumacher und
Felipe Massa im Schlepptau. Dieses Trio konnte sich auch sofort
vom Rest absetzen.
Alonso patzte nach gutem Start in der Haarnadel
Vierter war zunächst Giancarlo Fisichella, unmittelbar
gefolgt von seinem Renault-Teamkollegen Fernando Alonso, der
einen tollen Start erwischte, in der Haarnadel aber nach
außen getragen wurde, wertvolle Meter einbüßte,
die Situation trotzdem noch halbwegs retten konnte. Allerdings
mussten beide Renaults schon wenig später Jenson Button im
Honda passieren lassen, der damit als Vierter in einer guten
Ausgangsposition war.
Ebenfalls in der Haarnadel kam es zu einigen Rangeleien - unter
anderem kollidierte David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) mit Ralf
Schumacher (Toyota), der sich daraufhin einen neuen
Frontflügel abholen musste. Ein ähnliches Schicksal
ereilte auch die beiden BMW Sauber F1 Team Piloten Nick Heidfeld
und Jacques Villeneuve. Letzterer konnte das Rennen zwar noch
lange fortsetzen, lag aber hoffnungslos zurück - ein
Wochenende zum Abhaken für den deutsch-schweizerischen
Rennstall.
Frühe Ausfälle von Nico Rosberg und Pedro de la
Rosa
Nico Rosberg sorgte unterdessen führ den ersten Ausfall des
Rennens: Der Williams-Pilot rutschte am Eingang vom Motodrom von
der Strecke und musste den Grand Prix nach nur einer Runde in den
Reifenstapeln beenden. Wenig später rollten auch Pedro de la
Rosa im zweiten McLaren, sowie Super-Aguri-Pilot Sakon Yamamoto
aus.
Früher Stop von Kimi
Nach nur zehn Runden steuerte der Führende
Räikkönen die Box an, nachdem sich der Finne bis dato
ein wenig vom Rest des Feldes hatte absetzen können. Beim
Stopp gab es beim Festziehen des rechten Hinterrades jedoch ein
Problem, sodass der Finne mit 15 Sekunden deutlich zu lang stand.
Seine Chancen auf den Sieg waren somit dahin, da Michael
Schumacher und Felipe Massa anschließend das Rennen klar
dominierten und sich immer weiter vom restlichen Feld absetzen
konnten.
Nick Heidfeld war nach neun Runden der nächste Fahrer, der
beim Heimspiel aufgeben musste. Der Mönchengladbacher wurde
im BMW-Sauber rückwärts in die Garage geschoben,
offenbar die Folge eines Reifenschadens. Zehn Runden später
fiel Rubens Barrichello aus, dessen Honda nach dem Boxenstopp mit
brennendem Heck ausrollte. Zuvor hatte der Brasilianer
erfolgreich Mark Webber für Platz fünf überholen
können.
Unfall von Villeneuve in der Zielkurve
Jacques Villeneuve markierte den nächsten Ausfall. Der
Kanadier lag nach einer Kollision in der ersten Runde, wodurch
sein Frontflügel beschädigt worden war, hoffnungslos
zurück, verlor in der letzten Kurve die Kontrolle über
seinen BMW-Sauber und flog in die Reifenstapel. Villeneuve blieb
unverletzt, sein Auto war hingegen Schrott.
An der Spitze gab es im Rennverlauf keine Veränderungen:
Michael Schumacher und Felipe Massa behielten nach ihren
jeweiligen Stopps die ersten beiden Positionen und lagen mit
komfortablen Vorsprüngen von teilweise über 40 Sekunden
vor dem restlichen Feld. Dahinter fuhr ein starker Jenson Button
im Honda, der wenige Runden vor Schluss noch von Kimi
Räikkönen überholt wurde. Der Finne war nach
seinem verkorksten ersten Stopp zeitweise nur Achter, arbeitete
sich dank seiner Aufholjagd jedoch noch auf einen Podiumsplatz
nach vorne.
Blass blieben am heutigen Rennsonntag die beiden Renault von
Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella: Beide fuhren verhaltene
Rundenzeiten und kamen nur auf den Positionen fünf und sechs
ins Ziel. Sie profitierten dabei vom Pech Mark Webbers, der 9
Runden vor Schluss mit qualmendem Heck aufgeben musste. Bis dato
fuhr der Australier ein starkes Rennen und lag lange Zeit auf
Rang vier.
Jarno Trulli und Christian Klien rundeten die Punkteränge
ab. Ralf Schumacher belegte trotz schneller Rundenzeiten nur den
undankbaren neunten Platz nachdem der Deutsche aufgrund einer
Geschwindigkeitsüberschreitung in der Box mit einer
Durchfahrtsstrafe bestraft worden war.
Nach seinem überragenden Sieg in Hockenheim und der eher
schwachen Leistung Fernando Alonsos verkürzte Michael
Schumacher den Rückstand auf den Spanier in der
Fahrerwertung nun bei noch sechs zu fahrenden Rennen auf 11
Punkte.
WM-Punktestand:
F.Alonso 100 - G.Fisichella 49 - K.Räikkönen 49 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 89 - F.Massa 50 -
J.Trulli 10 - R. Schumacher 13 - J.Button 21 - R.Barrichello 16 -
N.Heidfeld - 13
ab zur Auswahl
Großer Preis von Ungarn in
Budapest, 06. August 2006
Button gewinnt in Ungarn - Tag der Außenseiter
Jenson Button ist der Sieger des Grand Prix von Ungarn. Der Brite
fuhr im Honda auf dem Hungaroring nach einem chaotischen und
spannenden Rennen seinen ersten Formel-1-Sieg ein. Platz zwei
belegte McLaren-Pilot Pedro de la Rosa, Nick Heidfeld wurde im
BMW-Sauber Dritter. Die WM-Kontrahenten Michael Schumacher und
Fernando Alonso fielen beide aus.
Der Ungarn GP bestand aus zwei Hälften: Die erste ging klar
an Fernando Alonso und Michelin, die zweite bis kurz vor Ende an
Michael Schumacher. Am Ende jubelte jedoch ganz ein anderer:
Jenson Button holte sich endlich seinen ersten Formel 1-Triumph!
Für Honda war dies der erste Sieg seit Gerhard Berger
1993.
Das Rennen von Fernando Alonso und Michael Schumacher schien
schon vor dem Qualifying zu deren Ungunsten entschieden zu sein.
Die 2-Sekunden-Strafen bedeuteten die Startplätze 11 und 15
und nahmen ihnen damit alle Chancen unter normalen Bedingungen
auf dieser überholfeindlichen Strecke noch um den Sieg zu
fahren. Normal war an diesem Wochenende aber nichts: Schon nach
der ersten Runde mischten Schumacher und Alonso in den Top6
mit!
Superstarts von Schumacher und Alonso
Ein Raketenstart brachte Schumacher bis auf Rang 4 nach vorne und
Alonso kämpfte sich, nachdem er im Startgetümmel
hängen geblieben war, in den ersten Runden sogar bis auf
Rang 3 vor. Sein Erfolgsgeheimnis waren die Michelin-Regenreifen,
die ihren Pendants von Bridgestone bei diesen Verhältnissen
deutlich überlegen waren. Für Michael Schumacher
bedeutete dies, dass er gegen die Michelin-Konkurrenz immer
weiter zurückfiel und in Runde 24 sogar vom zu diesem
Zeitpunkt führenden Alonso überrundet wurde!
Erinnerungen an Alonsos ersten GP-Sieg 2003 wurden wach, auch
damals wurde Schumacher vom Spanier überrundet und auch
damals zeichneten die Reifen dafür verantwortlich...
Allerdings ist in der modernen Formel 1 nichts von Dauer: Kaum
trocknete die Strecke merklich ab, legte Michael Schumacher in
der zweiten Rennhälfte mit Riesenschritten zu. Die
Bridgestones waren auf abtrocknender Bahn bis zu drei Sekunden
pro Runde schneller als ihre Michelin-Gegenüber. So holte
Schumacher mit einem leichten Auto Runde um Runde auf die
Führungsgruppe auf und schnupfte einen Fahrer nach dem
anderen auf: Coulthard, Heidfeld - alle hatten sie keine Chance.
Nur Schumachers zweiter Boxenstopp konnte seine Aufholjagd
kurzzeitig bremsen.
An der Spitze lieferte sich derweil Fernando Alonso ein
heißes Duell mit Jenson Button! Aber auch dieser Zweikampf
löste sich bald in Luft auf: Auch Button kam zu seinem
zweiten Boxenhalt herein. Seinen Speed bremste das aber nicht -
er machte auch mit schwerem Auto und nicht gewechselten Reifen
genauso weiter. 19 Runden vor dem Ende reagierte Alonso: Bei
seinem zweiten Boxenstopp ging er auf Trockenreifen - rutschte
aber schon in der ersten Kurve quer über die Strecke. Dann
der Schock: Wenige Kurven später flog Alonso mit seinem
Renault in die Reifenstapel!
Für Jenson Button bedeutete dies: Fahrt frei zu seinem
ersten Grand Prix-Sieg! Dahinter kämpfte Michael Schumacher
den Kampf gegen seine Regenreifen. Im Gegensatz zu seinen
direkten Konkurrenten Button, de la Rosa, Heidfeld und
Barrichello entschied er sich gegen einen Wechsel auf
Trockenreifen und fuhr das Rennen auf seinen abgeknabberten
Regenreifen zu Ende.
De la Rosa und Heidfeld fighteten sich an Schumacher
vorbei
So wie Schumacher einige Runden zuvor mit Riesenschritte
aufgeholt hatte, schloss nun de la Rosa die Lücke zu
Schumacher - der Spanier war bis zu drei Sekunden pro Runde
schneller und kam 7 Runden vor dem Ende in den Windschatten des
Ferrari. Doch Schumacher wehrte sich mit den Bridgestones
zwischen den Zähnen. Jede Runde zog de la Rosa auf der
Zielgeraden aus dem Windschatten, kam am Ende der Geraden
allerdings nicht am Ferrari vorbei. Deshalb probierte er es vor
der Schikane, blieb aber im ersten Versuch glücklos -
Schumacher kürzte ab und de la Rosa blieb dahinter. Im
zweiten Versuch zog der Spanier dann vorbei. Das gleiche Spiel
eine Runde später: Nick Heidfeld attackierte Schumacher an
derselben Stelle. Mit Heidfeld dürfte es in einer der
Schikanen jedoch eine Berührung gegeben haben, denn
Schumacher rollte wenige Runden vor Schluss mit einer
angeknacksten Radaufhängung an die Ferrari-Box zurück
und musste dort frustriert aussteigen, obwohl er den
Punkterückstand in der WM in einer hochgerechneten
Blitztabelle phasenweise schon auf drei Zähler reduziert
hatte. Daraus wurde wegen des unglücklichen
Intermediate-Pokers jedoch nichts.
Die Action begann schon vor dem eigentlichen Rennstart: Aufgrund
der nassen Fahrbahn drehten die Piloten schon beim Vor-Start
etliche Runden, um sich an die Verhältnisse zu
gewöhnen. Felipe Massa begann einen katastrophalen Renntag
mit einem Dreher: Der Brasilianer drehte schon auf dem Weg in die
Startaufstellung seine erste Pirouette des Tages - es sollte
nicht die letzte bleiben...
Genauso begann das Rennen für Pedro de la Rosa, auch der
Spanier drehte sich auf der Einführungsrunde. Danach fuhr er
jedoch ein starkes Rennen, welches er allerdings als einziger
McLaren-Fahrer beendete. Denn sein Teamkollege Kimi
Räikkönen kollidierte direkt vor den Augen von de la
Rosa mit dem zu überrundenden Toro Rosso von Tonio Liuzzi.
Die folgende Safety Car-Phase führte das Feld wieder
zusammen und ermöglichte es Michael Schumacher sich
zurückzurunden.
Zurückgefallen war der Deutsche wegen einer kleinen
Kollision, die natürlich bei weitem nicht so schlimm und
spektakulär ausfiel wie die halbe Flugeinlage von
Räikkönen. Schumacher lieferte sich einige Runden lang
ein hartes Duell gegen Giancarlo Fisichella, der mehrfach am Heck
des Deutschen anklopfte. Als er dann endlich vorbeiging,
untersteuerte der Ferrari unter den rechten Vorderreifen des
Renault, was Schumacher zu einem verfrühten Boxenstopp mit
Nasenwechsel zwang. Fisichella konnte sich aber nicht lange
über seinen Platzgewinn freuen: Er schied nach einem Abflug
ins Kiesbett aus.
Jenson Button gewann hingegen in Ungarn seinen allerersten Grand
Prix! Rang 2 belegte der Kämpfer Pedro de la Rosa vor Nick
Heidfeld, Rubens Barrichello und David Coulthard. Die letzten
Punkteränge gingen an Ralf Schumacher, Robert Kubica und
Felipe Massa. Michael Schumacher wurde trotz seines Ausfalls noch
als 9. gewertet und hätte somit beinahe noch einen
WM-Zähler geholt!
Kubica disqualifiziert - Punkt für Schumacher
Weil sein BMW Sauber F1.06 bei der technischen
Überprüfung nach dem Rennen um zwei Kilogramm zu leicht
war, wird Robert Kubica beim Grand Prix von Ungarn aus der
Wertung genommen. Der polnische Formel-1-Debütant verliert
damit seine beiden WM-Punkte für den siebenten Platz.
Außerdem bedeutet dies, dass Felipe Massa und Michael
Schumacher, der mit drei Runden Rückstand trotz seines
Ausfalls gewertet wurde, auf die Positionen sieben und acht
aufrücken und je einen Extrapunkt gewinnen. Schumacher
verkürzt damit seinen WM-Rückstand auf nur noch zehn
Zähler.
WM-Punktestand:
F.Alonso 100 - G.Fisichella 49 - K.Räikkönen 49 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 89 - F.Massa 51 -
J.Trulli 10 - R. Schumacher 16 - J.Button 31 - R.Barrichello 21 -
N.Heidfeld - 19
ab zur Auswahl
Großer Preis der Türkei in
Istanbul, 27. August 2006
Massa gewinnt - Alonso fightet Schumacher nieder
Schon beim Start zeichnete sich ab, dass der entscheidende Kampf
des Rennens der zwischen Schumacher und Alonso sein würde:
Massa übernahm ohne Probleme die Führung, doch dahinter
drückte Alonso heftig aufs Gas und schaffte es fast, an
Schumacher vorbeizugehen. - Aber eben nur fast, und so zogen
Massa, Schumacher und Alonso als Dreigestirn vorne weg.
Fisichella löste eine Kettenreaktion aus
Weiter hinten sorgte ein Dreher von Fisichella für einige
Komplikationen, in deren Folgen der Renault-Pilot ebenso wie
Heidfeld, Ralf Schumacher, Räikkönen und Speed an die
Box mussten, um ihre Autos wieder renntauglich machen zu lassen.
Für Räikkönen war kurz darauf das Rennen
beendet.
Safety-Car-Phase brachte die Wende im Rennen
Nach dem turbulenten Start waren die folgenden Runden recht
ereignislos. In Runde 13 blieb allerdings Liuzzis Auto nach einem
vergleichsweise harmlosen Dreher in der ersten Kurve stehen -
eine gefährliche Stelle für ein Hindernis.
Dementsprechend kam das Safety Car auf die Strecke und
führte das Feld zwei Runden lang an, während der Toro
Rosso beseitigt wurde. Viele Fahrer nutzten die Safety-Car-Phase
für ihre ersten Boxenstopps, darunter auch das
Führungstrio. Beide Ferrari kamen gleichzeitig an die Box
und wurden hintereinander abgefertigt. Die Boxencrew arbeitete
schnell, aber nicht schnell genug für Schumacher, um seinen
zweiten Platz vor Alonso zu retten.
Beim fliegenden Start hatte Massa mit dem überrundeten
Heidfeld einen Puffer zwischen sich und Alonso, und so
änderte sich an den Positionen im Vorderfeld nichts. In den
folgenden Runde festigte sich der sich Status Quo an der Spitze.
Massa gelang es, seine Führung vor Alonso und Schumacher
weiter auszubauen. Und auch der Abstand zwischen den beiden
Titelrivalen vergrößerte sich, nicht zuletzt wegen
eines Fahrfehlers von Schumacher, der von der Strecke abkam und
dort mehr als 3 Sekunden auf Alonso verlor.
Davon ließ sich der Ex-Weltmeister aber nicht entmutigen
und setzte alles daran, noch vor seinem zweiten Stopp an den
Renault heranzukommen. Er holte zwar stetig auf Alonso auf, aber
am Ende reichte es nicht: auch nach dem zweiten Boxenstopp lag
Schumacher noch hinter Alonso, wenn auch der Abstand bis auf
weniger als eine Sekunde geschrumpft war. Doch die erhoffte
Gelegenheit, in den letzten 15 Runden noch an Alonso
vorbeizukommen, bot sich nicht. Schumacher klebte zwar rundenlang
im Heck von Alonso, doch seine Attacken blieben
ergebnislos.
Während Massa am Ende eines blitzsauberen Rennens den
verdienten ersten Sieg holte, blieb für seinen Teamkollegen
nur der dritte Platz hinter Alonso. In der Weltmeisterschaft hat
Alonso vier Rennen vor Schluss zwölf Punkte Vorsprung auf
Schumacher, der damit nicht mehr aus eigener Kraft den Titel
holen kann; Dritter ist nun Massa, der seinerseits zehn Punkte
vor Fisichella und 13 vor Räikkönen liegt. Bei den
Konstrukteuren ist die Situation noch brisanter: Renault (160)
hat die Nase nur noch ganz knapp vor Ferrari (158) und
McLaren-Mercedes (89).
WM-Punktestand:
F.Alonso 108 - G.Fisichella 52 - K.Räikkönen 49 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 96 - F.Massa 62 -
J.Trulli 10 - R. Schumacher 18 - J.Button 36 - R.Barrichello 22 -
N.Heidfeld -19
ab zur Auswahl
Großer Preis von Italien in
Monza, 10. September 2006
Offiziell: Schumacher gibt Rücktritt bekannt
Schumacher feiert emotionalen Sieg in Monza
Mit einem Sieg in Monza hat Michael Schumacher die
WM-Führung von Fernando Alonso auf lediglich zwei Punkte
verkürzt. Der Spanier schied mit einem Motorschaden aus.
Gleichzeitig ist jetzt klar, dass es der letzte Sieg von Michael
Schumacher in Europa sein wird: Ferrari hat bekannt gegeben, dass
der Deutsche in Rente geht.
An einem schönen Sommertag in Monza war die Stimmung in der
Boxengasse vor dem Rennen nicht she gut: Durch eine
fragwürdige Entscheidung der Rennleitung musste Fernando
Alonso als Zehnter und nicht von Startplatz fünf ins Rennen
gehen. Die Stewards hatten entschieden, dass Alonso den
Ferrari-Piloten Felipe Massa blockiert hatte, den meisten
Experten zufolge war dies nicht der Fall. Entsprechend
wütend präsentierte sich der Spanier.
Räikkönen am Start vor Schumacher
Doch zum Geschehen auf der Rennstrecke: Polesetter Kimi
Räikkönen (McLaren-Mercedes) gewann den Start recht
souverän vor Schumacher, der allerdings beim Beschleunigen
kurzzeitig hinter Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team)
zurückgefallen war. "Quick Nick" musste jedoch in
der ersten Kurve zurückziehen und fiel dadurch auch noch
hinter seinen Teamkollegen Robert Kubica zurück, der einen
Raketenstart erwischte.
Aus der ersten Runde kam hinter den erwähnten Top 3 Felipe
Massa (Ferrari) als Erster zurück, gefolgt von Jenson Button
(Honda), Fernando Alonso (Renault), Heidfeld, Pedro de la Rosa
(McLaren-Mercedes), Giancarlo Fisichella (Renault) und Rubens
Barrichello (Honda). Nico Rosberg (Williams-Cosworth) lag
zunächst an elfter Stelle, Ralf Schumacher (Toyota) an 17.
Die beiden blieben jedoch den ganzen Nachmittag hindurch
unauffällig.
Weil Kubica seinen dritten Platz gegen Massa unglaublich
abgeklärt verteidigte, konnten sich Räikkönen und
Schumacher relativ problemlos vom Rest des Feldes absetzen. In
Runde zehn schied dann Rosberg mit einer defekten Antriebswelle
aus, wenig später eröffnete de la Rosa die erste Serie
der Boxenstopps, bei der Schumacher dank eines etwas
längeren Stints als Räikkönen ziemlich
mühelos in Führung gehen konnte.
Kurze Doppelführung für das BMW Sauber F1
Team
Durch die zwischenzeitlich durchgemischte Reihenfolge setzte es
im 21. Umlauf eine Sternstunde für das BMW Sauber F1 Team,
als Kubica vor Heidfeld führte. Die beiden kamen relativ
spät zum Nachtanken an die Box, woraus jedoch nur Kubica
Kapital schlagen konnte: Heidfeld erhielt nämlich eine
Durchfahrstrafe für Speeding der Boxengasse und spielte
danach in der Vergabe der absoluten Spitzenpositionen keine Rolle
mehr.
Alonso fuhr indes ein starkes Rennen, schnappte sich nach seinem
Boxenstopp Button und machte anschließend besonnen Jagd auf
das Podium. Aggressive Zweikämpfe und
Überholmanöver gab es dennoch kaum zu sehen, weil die
5,793 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke einfach nicht
mehr für spannende Rennen prädestiniert ist. So kam es
fast ausschließlich durch die unterschiedlichen Strategien
zu Verschiebungen.
Tifosi jubelten über Alonsos Motorschaden
Schumacher fuhr seinen emotionalen Sieg problemlos vor
Räikkönen ins Ziel, doch dahinter wurde es noch einmal
hektisch: Erst setzte sich Alonso nach dem zweiten Stopp nach
einem sehenswerten Beschleunigungsduell gegen Kubica in der
Boxengasse auf Platz drei, doch dann platzte bei Start und Ziel
sein Renault-Motor - und auf dem Öl rutschte Massa in den
Notausgang, wodurch er einen vibrierenden Reifen wechseln lassen
musste und noch aus den Punkten fiel.
Kubica fuhr also in seinem dritten Grand Prix das erste Mal auf
das Podium, während die Punkteränge von Fisichella,
Button, Barrichello, Trulli und Heidfeld, der mit einer starken
Schlussphase seinen Trostzähler gegen Massa verteidigen
musste, der von hinten stürmisch herankam. Christian Klien
gewann das Red-Bull-Ferrari-Duell gegen David Coulthard um 4,6
Sekunden, "Schumi II" wurde farbloser 15. Insgesamt
sahen 17 Piloten die Zielflagge.
In der Weltmeisterschaft ist nun wieder alles offen, denn
Schumacher holte mit seinem heutigen Sieg stattliche zehn Punkte
auf und liegt nun nur noch zwei Zähler hinter Alonso. Massa
behauptete seinen dritten Platz vor Fisichella und
Räikkönen, während Ferrari dank des heutigen
Resultats bei den Konstrukteuren erstmals Renault überholt
hat und mit immerhin drei Punkten Vorsprung nach China, Japan und
Brasilien fliegen kann.
WM-Punktestand:
F.Alonso 108 - G.Fisichella 57 - K.Räikkönen 57 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 106 - F.Massa 62 -
J.Trulli 12 - R. Schumacher 18 - J.Button 40 - R.Barrichello 25 -
N.Heidfeld - 20
ab zur Auswahl
Großer PreisPreis von China in
Schanghai, 01. Oktober 2006
Schumacher gewinnt Regenrennen vor Alonso
Genau wie gestern herrschten am heutigen Renntag in China widrige
Wetterbedingungen, doch im Gegensatz zum Qualifying bot sich
diesmal zwischen den beiden großen WM-Kontrahenten ein
recht ausgeglichenes Kräfteverhältnis. Am Ende feierte
Michael Schumacher nach 56 Runden auf dem 5,451 Kilometer langen
'Shanghai International Circuit' einen ganz wichtigen
Sieg. Der Deutsche fuhr bei knapp über 20 Grad auf anfangs
noch nasser Strecke, die dann gegen Rennende mehr und mehr
abtrocknete, einen seiner beeindruckendsten Erfolge ein,
schließlich war der Michelin bei derartigen Bedingungen an
und für sich der stärkere Reifen. Schlussendlich
rettete Schumacher im Ferrari zwar nur 3,1 Sekunden über die
Ziellinie, doch damit übernahm er erstmals in dieser Saison
- bei gleichem Punktestand - die WM-Führung.
Renault zu Beginn voll im Plansoll
Am Start lief für Renault zunächst noch alles wie am
Schnürchen, setzte sich Fernando Alonso vor Giancarlo
Fisichella durch. Auf Platz drei folgte Kimi Räikkönen
vor Jenson Button, Rubens Barrichello (beide Honda), Schumacher,
Pedro de la Rosa (McLaren-Mercedes) und Scott Speed
(Toro-Rosso-Cosworth), der in den ersten Runden gemeinsam mit
seinem Teamkollegen Vitantonio Liuzzi überraschend in den
Top 10 aufhorchen ließ.
Gleich zu Beginn setzte sich Alonso pro Runde um mehr als eine
Sekunde von den Verfolgern ab, während ihn Fisichella vom
stark fahrenden Räikkönen abschirmte. Die Strecke war
zu diesem Zeitpunkt noch komplett nass, obwohl es nicht mehr
regnete. Entsprechend gab es aufgrund der Bedingungen speziell im
hart umkämpften Mittelfeld immer wieder
Überholmanöver und packende Zweikämpfe.
Schumacher wurde immer schneller
In der neunten Runde begann Schumacher seine Aufholjagd, als er
an Barrichello vorbeiging, während etwas weiter hinten David
Coulthard (Red-Bull-Ferrari) mit seiner mutigen Einstoppstrategie
Position um Position zurückfiel. Noch vor den ersten
Boxenstopps schnappte sich dann Räikkönen Fisichella,
Schumacher dahinter Button. Ungeachtet dessen baute Spitzenreiter
Alonso seinen Vorsprung jedoch bequem auf mehr als 20 Sekunden
aus.
Noch während der Phase der ersten Boxenstopps wurde Nick
Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) mit Robert Kubica im Schlepptau
immer weiter nach vorne gespült. Der Deutsche fuhr ein
perfektes Rennen, leistete sich keine Fehler. Zwischendurch gab
es immer wieder Dreher und Ausritte, allerdings nicht von den
Topfavoriten. Gegen Rennmitte gewann der Grand Prix jedoch an
Dramatik: Alonso büßte nach dem Wechsel der vorderen
Intermediates auf einmal viel ein, konnte die Pace nicht mehr
halten - wegen eines Problems mit dem Reifensatz, wie sich
später herausstellte. Der Renault-Pilot musste Fisichella
und Schumacher passieren lassen und erholte sich erst nach dem
Wechsel auf Trockenreifen von diesem Rückschlag.
Ralf Schumacher sorgte nur kurz für Wirbel
Schnellster Mann auf der Strecke war in jener Phase Ralf
Schumacher, der genau wie sein Teamkollege Jarno Trulli in
aussichtsloser Position liegend an die Box kommen und aufgeben
musste. Neben den beiden Toyota-Piloten sahen auch Felipe Massa
(Ferrari), der von David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) angeschoben
wurde, Tiago Monteiro (MF1-Toyota) und Räikkönen keine
Zielflagge.
Für Schumacher begann es richtig zu laufen, als Fisichella
später als er an die Box kam, zunächst weiterhin ein
paar Wagenlängen Vorsprung hatte, aber gleich in der
Schneckenkurve einen Fehler beging und den Deutschen somit
durchlassen musste. In der Folge lieferte der siebenfache
Weltmeister an der Spitze ein problemloses Rennen ab, auch wenn
sein Vorsprung bis zum Schluss auf 3,1 Sekunden
zusammenschrumpfte.
Dieser knappe Abstand kam letztendlich nur zustande, weil Alonso
mit dem letzten Reifensatz wieder der klar schnellste Mann auf
der Strecke war und eine schnellste Rennrunde nach der anderen
drehte. Der Spanier wurde also Zweiter vor Fisichella, verlor
damit aber erstmals in dieser entscheidenden Phase der Saison die
Führung in der Weltmeisterschaft - bei Punktegleichheit
liegt Schumacher nun wegen seiner sieben Siege vorne.
Pechvogel Heidfeld fand keinen Platz
Turbulent ging es in der letzten Runde im Kampf um Platz vier zu,
den Heidfeld schon in der Tasche zu haben schien: Der BMW Sauber
Pilot wurde am Ende der langen Geraden von Button unter Druck
gesetzt, fand wegen einiger Nachzügler keinen Platz zum
Blockieren, wurde zu allem Überdruss auch noch von
Barrichello angeschoben - Button gewann den Fight somit vor de la
Rosa, Barrichello, Heidfeld und Mark Webber
(Williams-Cosworth).
In der Weltmeisterschaft steht es zwischen Schumacher und Alonso
nun 116:116, Fisichella (63) ist Dritter vor Massa (62) und
Räikkönen (57). Einen Führungswechsel gab es auch
bei den Konstrukteuren: Renault liegt zwei Rennen vor Schluss
einen Zähler vor Ferrari, womit in Japan und Suzuka für
unglaubliche Spannung gesorgt ist.
WM-Punktestand:
F.Alonso 116 - G.Fisichella 63 - K.Räikkönen 57 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 116 - F.Massa 62 -
J.Trulli 12 - R. Schumacher 18 - J.Button 45 - R.Barrichello 28 -
N.Heidfeld - 22
ab zur Auswahl
Großer Preis von Japan in
Suzuka, 08. Oktober 2006
Alonso gewinnt in Japan - Schumacher mit
Motorschaden
Fast alle Experten hatten prophezeit, dass Michelin heute im
Rennen nur bei regnerischen Bedingungen eine Chance haben
würde, doch bei sonnigen Bedingungen und deutlich mehr als
20 Grad Lufttemperatur nahm der Grand Prix von Japan in Suzuka
einen unerwarteten Verlauf. Schlussendlich fiel sogar eine
Vorentscheidung in der Weltmeisterschaft. Am Start gab es keine
Überraschungen, setzte sich Felipe Massa vor seinem
Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher durch. Dahinter folgte
zunächst Ralf Schumacher (Toyota), während Fernando
Alonso (Renault) mit einem gewagten Manöver an Jarno Trulli
(Toyota) vorbeigehen konnte und sich auf den vierten Platz
verbesserte. Jenson Button (Honda), Giancarlo Fisichella
(Renault) und Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) komplettierten
die Top 8.
Massa ließ Schumacher überholen
Zu Beginn der dritten Runde folgte eines der wenigen Highlights
des Tages, als Massa bei Start und Ziel vom Gas ging und
Schumacher vorbeiließ. Fast gleichzeitig kam Rubens
Barrichello (Honda) nach einer Berührung mit Heidfeld an die
Box, um sich einen neuen Frontflügel abzuholen. Ansonsten
verlief die Anfangsphase aber erstaunlich ruhig - wie eigentlich
der gesamte Grand Prix, der der Dramatik der WM-Situation nicht
gerecht wurde.
Die erste Serie der Boxenstopps - das Feld kam ausnahmslos
zweimal zum Service - eröffnete das Toyota-Team, wobei
Alonso kurz vor Ralf Schumachers Stopp noch ein psychologisch
wichtiges Überholmanöver zeigte und anschließend
mit ein paar schnellen Runden den Abstand auf die Spitze auf gut
vier Sekunden verringerte. Allerdings musste der Spanier
früher an die Renault-Box kommen als sein WM-Rivale.
In der Folge gab es abgesehen von einem Ausritt von Robert Kubica
(BMW Sauber F1 Team) in der Degner-Kurve keine nennenswerten
Zwischenfälle, ehe der große Paukenschlag folgte: In
der 37. Runde kam auf einmal Rauch aus Michael Schumachers Heck -
und der Ferrari-Pilot musste seinen 248 F1 im Bereich der
Unterführung abstellen. Schumacher war fassungslos, trug die
Enttäuschung aber mit Würde und bedankte sich trotz
allem bei jedem einzelnen Mechaniker.
Alonso am Ende völlig ungefährdet
Nach diesem Zwischenfall musste Alonso den Sieg nur noch nach
Hause fahren, wobei er von Massa nicht mehr wirklich unter Druck
gesetzt wurde. Auf den weiteren Positionen folgten in einer
Schlussphase ohne echte Zweikämpfe Fisichella, Button, Kimi
Räikkönen (McLaren-Mercedes), der einen langen ersten
Stint fuhr, Trulli, Ralf Schumacher und Heidfeld, der in den
letzten Runden seine Position gegen Kubica verteidigen
musste.
Insgesamt sahen 18 von 22 Piloten die Zielflagge; neben
Schumacher schieden noch Mark Webber (Williams-Cosworth/Unfall),
David Coulthard (Red-Bull-Ferrari) und Christijan Albers
(MF1-Toyota/Defekt) aus. Scott Speed (Toro-Rosso-Cosworth) wurde
zwar gewertet, musste aber ebenfalls sein Auto in der Box
abstellen. Schade aus deutscher Sicht: Nico Rosberg
(Williams-Cosworth) wurde für eine starke Leistung nicht
belohnt, landete auf dem zehnten Rang.
In der Weltmeisterschaft führt Alonso nun zehn Punkte vor
Schumacher, womit ihm in Brasilien schon ein achter Platz auf
jeden Fall zur erfolgreichen Titelverteidigung reichen
würde. Massa (70) und Fisichella (69) duellieren sich
weiterhin um Position drei. Auch bei den Konstrukteuren
übernahm Renault wieder die Spitze: Alonso/Fisichella gehen
mit neun Punkten Vorsprung auf Schumacher/Massa in das
Saisonfinale.
WM-Punktestand:
F.Alonso 126 - G.Fisichella 69 - K.Räikkönen 61 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 116 - F.Massa 70 -
J.Trulli 15 - R. Schumacher 20 - J.Button 50 - R.Barrichello 28 -
N.Heidfeld - 23
ab zur Auswahl
Großer Preis von Brasilien in
Sao Paulo, 22. Oktober 2006
Massa gewinnt - Alonso Weltmeister
Lange gab es in der Formel 1 keine Gänsehaut mehr, doch was
sich nach dem heutigen Grand Prix von Brasilien in São
Paulo abspielte, konnte einem schon das eine oder andere
Tränchen in die Augen treiben: Ein ganz großer Sieger,
ein würdiger Weltmeister und ein großer Champion, der
sich verabschiedet - so präsentierte sich das Saisonfinale
2006.
Die Ausgangslage vor dem Rennen war im Prinzip klar: Michael
Schumacher (Ferrari) musste unbedingt gewinnen, Fernando Alonso
(Renault) nur einen einzigen Punkt nach Hause fahren, um zum
zweiten Mal Weltmeister zu werden. Nach Schumachers Panne im
gestrigen Qualifying waren die Chancen freilich ohnehin schon
minimal, dennoch war die Spannung vor dem Start spürbar. Bei
mehr als 20 Grad und Sonnenschein waren auch die Fans auf den
Tribünen bestens aufgelegt.
Massa setzte sich schon am Start durch
Lokalmatador Felipe Massa (Ferrari) erwischte den besten Start,
stach als Erster vor Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes),
Jarno Trulli (Toyota), Alonso und Rubens Barrichello (Honda) in
das Senna-S. Ralf Schumacher (Toyota) kam ebenfalls solide weg,
Bruder Michael lieferte sich einen heißen Fight mit Nick
Heidfeld (BMW Sauber F1 Team), hielt sich aber in der ersten
Kurve schadlos und konnte somit seine Aufholjagd starten.
Noch in der ersten Runde schnappte Schumacher mehrere
Konkurrenten, darunter auch sein Bruder und Barrichello, war
dadurch relativ rasch Sechster. Dann kam das Safety-Car raus:
Nico Rosberg war seinem Williams-Cosworth-Teamkollegen Mark
Webber ins Heck gefahren und flog anschließend ohne
Frontflügel massiv ab - für den Deutschen bedeutete
dies ebenso das Aus wie für Webber, der an der Box
ausstieg.
Hinter dem Safety-Car lautete die Reihung: Massa,
Räikkönen, Trulli, Alonso, Giancarlo Fisichella
(Renault), Michael Schumacher, Barrichello, Ralf Schumacher,
Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team), Jenson Button (Honda), Pedro
de la Rosa (McLaren-Mercedes), Nick Heidfeld (BMW Sauber F1
Team). In der siebenten Runde wurde das Rennen dann wieder
freigegeben, Überholmanöver gab es zunächst aber
keine.
Berührung zwischen Schumacher und Fisichella?
Massa flog vorne von Anfang an allen auf und davon und ließ
im Prinzip nie Zweifel an seinem Sieg aufkommen, während
sich Schumacher früh Fisichella griff: Der Ferrari-Superstar
zog im Senna-S am Renault vorbei, dabei dürfte es eine
Berührung gegeben haben - und prompt platzte Schumachers
linker Hinterreifen. Ob Fisichella daran schuld war, sei
dahingestellt, Ferrari-Technikchef Ross Brawn war nach dem Rennen
aber stinksauer.
Schumacher fiel an die letzte Stelle zurück, ließ beim
notwendigen Boxenstopp nachtanken und ging mit 70 Sekunden
Rückstand wieder auf die Strecke, womit auch seine letzten
Chancen auf den WM-Titel endgültig dahin waren. Fast
zeitgleich schieden auch die beiden Toyota-Piloten aus, womit der
Kampf um den fünften Platz in der Konstrukteurswertung
frühzeitig zugunsten des BMW Sauber F1 Teams entschieden
war.
In der 21. Runde eröffnete Räikkönen die Serie der
Boxenstopps; Alonso fuhr von den Topleuten den längsten
ersten Stint und kam erst in Umlauf 26 rein. Gewinner der ersten
Stopps war zweifellos Button, der sich rasch nach vorne
arbeitete. Zeitgleich begann Schumacher knapp vor der 30. Runde
mit den Überholmanövern - dank seines überragenden
Topspeeds pflügte er durch das Feld wie ein warmes Messer
durch Butter.
Interessanter Kampf um den zweiten Platz
Zwischendurch schien Pedro de la Rosa, neben Tiago Monteiro
(MF1-Toyota) der einzige Einstopper im Feld, auf Platz zwei auf,
doch der Spanier fiel wegen der Strategie bis zum Schluss noch
auf Rang acht zurück. In jener Phase bildete sich auch ein
Pulk mit Alonso, Button, Räikkönen, Fisichella und
Barrichello, zu dem von hinten Schumacher rasant aufschloss,
obwohl der 37-Jährige in seinem Abschiedsrennen zweimal mit
Fahrfehlern ein paar Sekunden liegen ließ.
In der Schlussphase fightete Schumacher der Reihe nach
Barrichello, Fisichella und am Ende auch noch Räikkönen
nieder - mit dem Manöver des Rennens: Der Ferrari-Pilot
setzte sich vor dem Senna-S trotz Kampflinie des Finnen neben den
"Silberpfeil", bremste auf der schmutzigen Spur
spät und sicherte sich somit den vierten Platz. Auch wenn es
nicht für das Podium reichte, bereitete er sich so einen
würdigen Abschied aus der Königsklasse des
Motorsports.
Ein paar Runden vor Schluss beendete noch Heidfeld seinen
unglücklichen Nachmittag nach einem Aufhängungsbruch
bei Start und Ziel in der Mauer, ansonsten passierte aber nichts
mehr: Massa fuhr seinen Sieg 18,6 Sekunden vor Alonso und 19,3
Sekunden vor Button, dem heimlichen Mann des Rennens, nach Hause
- und dass anschließend halb São Paulo nach dem
ersten Heimsieg eines Brasilianers seit Ayrton Senna 1993 Samba
tanzte, versteht sich von selbst.
Starke Performance von Sato
Hinter dem bärenstarken Schumacher wurde Räikkönen
Vierter, Fisichella, Barrichello und de la Rosa rundeten die
Punkteränge ab. Unglücklicher Neunter wurde mit 15,5
Sekunden Rückstand auf Platz acht Kubica, erwähnen
sollte man aber auch die sensationelle Performance von Takuma
Sato : Der Super-Aguri-Honda-Pilot fuhr mit einer
Zweistoppstrategie ein phänomenales Rennen, wurde mit einer
Runde Rückstand Zehnter und ließ sechs Konkurrenten
hinter sich.
Im Anschluss an die Siegerehrung spielten sich im Fahrerlager
naturgemäß sehr gefühlsbetonte Szenen ab, denn
neben Schumacher, der trotz des für ihn unglücklichen
Ausgangs gut gelaunt war, war natürlich auch Massa von
seinen Emotionen überwältigt - der Brasilianer hatte
bei der Pressekonferenz der FIA Tränen in den Augen.
Doppelweltmeister Alonso bewies indes menschliche
Größe und wünschte Schumacher alles Gute für
die Zukunft.
Der WM-Endstand: Alonso sicherte sich mit 134 Punkten zum zweiten
Mal nach 2005 den WM-Titel, hatte am Ende doch recht klare 13
Zähler Vorsprung. Den dritten Platz auf dem WM-Podium
sicherte sich der heutige Sieger Massa. Bei den Konstrukteuren
setzte sich Renault gegen Ferrari ebenfalls durch, der Abstand
betrug fünf Punkte. Auf den weiteren Positionen:
McLaren-Mercedes, Honda und das BMW Sauber F1 Team.
WM-Punktestand:
F.Alonso 134 - G.Fisichella 72 - K.Räikkönen 65 - J.P.
Montoya 26 - M. Schumacher 121 - F.Massa 80 -
J.Trulli 15 - R. Schumacher 20 - J.Button 56 - R.Barrichello 30 -
N.Heidfeld - 23
ab zur Auswahl
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